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> 13.August 1961, Grenzsicherung
Techniker
Geschrieben am: Sonntag, 13.August 2006, 21:21 Uhr
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Ich war am 13. 08. vor 45 Jahren Panzerfahrer auf einem T-34/85 im PR-8. Wir hatten eine Woche vorher per Alarm die Kaserne verlassen und waren am 12. August irgendwo in Mecklenburg am Abend bahnverladen worden. Während der Bahnfahrt erfuhren wir, wohin die Reise ging. In den frühen Morgenstunden des 13. August wurde unser Bataillon in Berlin- Lichtenberg am Magerviehof entladen. Zwei Tage später ging es das erste Mal zur Grenzsicherung in Richtung Friedrichstrasse. Unsere Kp. (Kp.-Chef Hptm. Schoknecht) stand in der Nähe des Bahnhofs Friedrichstrasse. Später kamen wir am Arkonaplatz zum Einsatz. Der Rhytmus war vier Std. in der Luke stehen, vier Stunden Bereitschaft und vier Std. Ruhe. So ging das mehrere Tage. Da kam der Spruch auf: "Jeder Westmann dich beneidet, weil du in Lederol gekleidet". Wir haben nach drei Tagen dann etwas streng gerochen.
An ein Erlebnis am Arkonaplatz kann ich mich noch recht gut erinnern: Es war Sonntag und auf der westlichen Seite der Mauer hatte sich viel Volks versammelt. Weisse Taschentücher winkten, Rufe nach Freiheit usw.... Mein Btl.Kdr. sah das Ganze mit zunehmenden Unmut. Plötzlich brüllte er "Alarm!". 10 Panzermotoren sprangen an und der Dieselqualm der kalten Motoren hüllte den ganzen Platz ein und trieb langsam in Richtung Grenze. Als sich der Qualm verzogen hatte, war es jenseits der Grenze wie leergefegt.
Da ich Berliner bin, haben mich sogar meine Eltern besucht.
Wir hatten damals, vor allem ich als Berliner, schon lange die Schnauze voll von der offenen Grenze, über welche der DDR damals viel Schaden zugefügt wurde und begrüssten diese Massnahme ausdrücklich.

Bearbeitet von Techniker am Sonntag, 13.August 2006, 21:22 Uhr
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Veith
Geschrieben am: Montag, 14.August 2006, 13:11 Uhr
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Gernsehabend des rbb vom 12.08.2006
Der 13. August 1961


»Der Film des DDR-Bildungsfernsehens zeigt die Grenzsicherung am 13. August 1961 und den folgenden Tagen.
22.05 Uhr

Er belegt den vorgeblich aggressiven Charakter des BRD-Imperialismus durch Originalzitate, zum Teil im Originalton (Bundeskanzler Konrad Adenauer u.a.), durch Bilder der Bundewehr, durch den Autobahnmarsch der US-Gruppen durch die DDR nach West-Berlin, durch Wochenschau-Dokumente und Originalaussagen von West-Agenten und Saboteuren sowie durch Bilder von Vertriebenentreffen in West-
Berlin. «

Diese DDR-Doku habe ich natürlich voller Spannung erwartet und angesehen, lt. Prisma-Online sei der Film aus 1986, mMn aber deutlich älter.

[Geschnitten ?]
Irritieren tun die schwarzen "Tafeln" mit grellgelber Schrift: zu Beginn mit dem bloßen Titel und im Abspann mit "Dokumenation des DFF". Bereits "DFF" ... den DFF gab es mW bis 1972 und dann wieder zur Wende. Aber das machte mich bei den rd. 17min beitrag nicht stutzig, sondern daß mind. 2x statt der Originaltöne (bundesdeutsche Politiker) wie sonst üblich, nur o.g. "schwarze Tafel" eingeblendet wurde mit in etwa dem Text "Original DDR-Archivmaterial unvollständig". Der Originalton wurde offenbar von einen Sprecher nachgesprochen. blink.gif

Sollte es hier urheber- / persönlichkeitsrechtliche Probleme geben? Politische Gründe scheiden natürlich aus! rolleyes.gif biggrin.gif ph34r.gif


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AlterSchwede
Geschrieben am: Montag, 14.August 2006, 13:37 Uhr
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meine mutter hat mir kürzlich erstmalig erzählt, dass sie am 13.8.61 mit mir auf "kriegsfertig" gepackten koffern saß.
mein elternhaus (geburtshaus) lag/liegt direkt an der elbe, dort wo die elbe die natürliche grenze zwischen ost- und westdeutschland bildete.
mein vater war zu der zeit bei der bundeswehr und konnte somit vor ort nichts beitragen.
meine mutter, bzw die dorfgemeinschaft warteten ernsthaft auf eine evakurierung... weil sie mit einer aggressiven aktion "des russen" rechneten.

vielleicht ist ja darin meine in vielerlei skeptische sichtweise gegenüber solchen künstlichen grenzbarrieren und deren regime entstanden.

tiefenpsychologisch betrachtet, könnte ich ja fast dann hier im forum um mildernde umstände bitten...

cool.gif
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oker
Geschrieben am: Montag, 14.August 2006, 14:09 Uhr
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Die Angst, dass es plötzlich wieder losgeht werden damals sehr viele gehabt haben. Vor allem auch deshalb, da es ja noch genug Menschen gab, die den Krieg bis 45 erlebt hatten. Da sidn soche Reaktionen absolut verständlich.

Es ist für mich auch vollkommen nachvollziehbar, dass viele, die damals westlich der Elbe lebten dachte: "jetzt kommt der Russe". Und irgendwie sind wir alle so aufgewachsen. Ihr mit dem Bild, welches Du schilderst und wir mit dem Bild der Amis in Vietnam und des M-48-Panzers der mit vollem Speed auf den russischen Posten am Checkpoint "C" zurast und erst einen Meter davor stoppt. (Ich hoffe jetzt es war kein M-60:-)).

Nur leider wird mir heute immer erklärt (wenn auch nicht unbedingt von Dir): Euer Bild war richtig uns unseres war falsch. Und zwar in dem Maße wie unsere Wahlen ausgegangen sind. Soll heißen: zu 100 Prozent. Es gibt scheinbar kein dazwischen.Vielleicht ist das einer der Hauptkonflikte.

Ich habe von meinem 3. Lebensjahr an immer in der Nähe der Grenze gelebt. Ich habe sie nie in Frage gestellt. Hatte allerdings auch nie Verwandte oder so. Die Grenze zu errichten war für mich in Anbetracht der politischen Umstände folgerichtig.

Durch die Währungsreform in der BRD gab es eine paradoxe Situation, die kein Land lange überstanden hätte. Dazu kamen die massiven Abwerbungen von Fachleuten usw. Das sowieso schon stark gebeutelte Land DDR wurde also noch mehr ausgesaugt. Wo es ging. Dass der Westen (USA usw.) natürlich im Westteil viel schneller Aufbauhilfe leisten konnte als die UdSSR im Osten ist ja wohl klar.

Heute überlegen die Politiker ja auch, was man dagegen machen kann, wenn Leute in Deutschland ausgebildet werden und dann nach England (Ärzte) oder Übersee (Programmierer, Ingenieure) gehen. Es wiurd davon gesprochen, dass das für unser Land (heute) eigentlich nicht zu verkraften ist.
Nagelt mich bitte nicht an diesen Beispielen fest. Sie taugen nur wenig, das ist klar. Nur, wenn es heute schon als Problem erkannt wird, dass es sich ein Land nicht leisten kann ewig Leute auszubilden, die ihm dann jedoch nicht zur Verfügung stehen, was soll man erst unter den damaligen Bedingugen dazu sagen?

Die damalige Regierung der DDR hat keine Alternative zur Schließung der Grenze gesehen. Welche hätte es gegeben? Diese Frage ist so wohl noch nie gestellt worden. ich weiß nicht ob es eine Antwort darauf gibt. Für mich ist es zu einfach und zu einseitig den "bösen Russen" und ihren "Marionetten" in der Zone die Schuld zu geben.

oker
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ZAIG
Geschrieben am: Montag, 14.August 2006, 14:21 Uhr
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QUOTE (oker @ 14. Aug. 2006, 15:09)

Die damalige Regierung der DDR hat keine Alternative zur Schließung der Grenze gesehen. Welche hätte es gegeben?

Ich denke, es war die einzige Möglichkeit, die den Fortbestand des Staates DDR weiter garantierte. Hätte die Führung der DDR nicht entsprechend auf die Abwanderung und den Ausverkauf reagiert, wären wir hier östlich der Elbe "ausgeblutet."
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ZAIG
Geschrieben am: Montag, 14.August 2006, 14:27 Uhr
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Einiges zur Situation vor dem 13.08.1961

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Veith
Geschrieben am: Montag, 14.August 2006, 14:32 Uhr
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QUOTE
Ich denke, es war die einzige Möglichkeit, die den Fortbestand des Staates DDR weiter garantierte.
Ich meine, diese Aussage können _alle_ (Seiten) unterschreiben.

Letztlich steht und fällt die Bewertung dieser Ereignisse mit der Auffassung, ob das Ergebnis (Weiterexistenz) als "gut" oder "schlecht" eingeschätzt wird: "Die Deutsche Demokratische Republik war das Beste, was in der Geschichte den Deutschen, den Völkern Europas und der Welt aus Deutschland begegnet ist. Der erste deutsche Staat, in dem Frieden zum Regierungsprogramm erhoben worden ist ... Von deutschen Boden darf nie wieder Krieg ausgehen!" http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3894...0/nvaforum01-21 tongue.gif


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ZAIG
Geschrieben am: Montag, 14.August 2006, 14:51 Uhr
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ND vom 13.08.1961, nun konnten sie nicht mehr im Westteil der Stadt arbeiten.

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ZAIG
Geschrieben am: Montag, 14.August 2006, 14:56 Uhr
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ND vom 13.08.1961 So hat die Partei- und Staatsführung der DDR die Lage eingeschätzt.

Bearbeitet von ZAIG am Montag, 14.August 2006, 15:07 Uhr

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stuka9
Geschrieben am: Montag, 14.August 2006, 14:59 Uhr
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QUOTE (Veith @ 14. Aug. 2006, 14:11)
Gernsehabend des RBB
»Der Film des DDR-Bildungsfernsehens zeigt die Grenzsicherung am 13. August 1961 und den folgenden Tagen.

Die Sendung hab ich ebenfalls gesehen. Über diese Bildtafel hab ich mich dabei auch gewundert.

Hast du die Sendung danach auch noch gesehen?
Da ging es um die Staatsgrenze außerhalb Berlins. Als exemplarische Beispiele wurden hier Teistungen und ein später abgerissenens Dorf im Norden (Bardowiek???) genannt.

In dem Film gab es 2 interessante Sachen:
1.) Filmaufnahmen des BGS von der Minenräumung durch die DDR mittels Räumpanzer. Der BGS-Mann war sichtlich erstaunt über die große Anzahl der Minen (nach deren Zählung ca. 37000 Stück in einem 10km Grenzabschnitt)
2.) Aussage eines Stabsoberfähnriches der GT, welcher für die Instandhaltung der Anlagen zuständig war und kein gutes Haar am Zustand der Grenzanlagen in der 2. Hälfte der 80er Jahre lies.


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Grenzer
Geschrieben am: Montag, 14.August 2006, 15:31 Uhr
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Stabsfeldwebel
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QUOTE (oker @ 14. Aug. 2006, 15:09)

Es ist für mich auch vollkommen nachvollziehbar, dass viele, die damals westlich der Elbe lebten dachte: "jetzt kommt der Russe". Und irgendwie sind wir alle so aufgewachsen. Ihr mit dem Bild, welches Du schilderst und wir mit dem Bild der Amis in Vietnam und des M-48-Panzers der mit vollem Speed auf den russischen Posten am Checkpoint "C" zurast und erst einen Meter davor stoppt. (Ich hoffe jetzt es war kein M-60:-)).

oker

Hallo oker,
muss Dich leicht korrigieren:
Es war kein russischer Posten, sondern ein DDR-Grenzposten.


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Grenzer
Geschrieben am: Montag, 14.August 2006, 15:47 Uhr
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Habe irgendo eine Dokumentation auf Video, dort ist die Szene zu sehen.


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ZAIG
Geschrieben am: Montag, 14.August 2006, 16:30 Uhr
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QUOTE (Grenzer @ 14. Aug. 2006, 16:31)
Es war kein russischer Posten, sondern ein DDR-Grenzposten.

Na dann machen wir es ganz genau. Der Posten hieß Schäfer und war später Major.

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GTmajor
Geschrieben am: Montag, 14.August 2006, 17:29 Uhr
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Na, das ist doch einmal etwas konkretes.
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desantnik
Geschrieben am: Montag, 14.August 2006, 17:41 Uhr
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Es ist richtig,61 gab es für die DDR keine Alternative,denke ich!
Warum musste aber im Verlaufe der Zeit das Grenzsicherungssystem in der bekannten Art und Weise ,sagen
wir mal so verschärft werden ?
Gab es wirklich keine anderen politischen Mittel,als Verletzung und Tod,derjenigen,die sich nicht an Gesetze halten wollten, billigend in Kauf zu nehmen ?
Grenzsicherung ja,aber Schußanlagen und Infanteriemienen,waren diese Mittel zu rechtfertigen?
Ich glaube,daß das unsere Enkel nicht verstehen werden !

Desantnik

Bearbeitet von desantnik am Montag, 14.August 2006, 17:42 Uhr
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