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> T-34, Legendärer Panzer des Krieges
Techniker
Geschrieben am: Mittwoch, 12.Dezember 2007, 11:55 Uhr
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Dritter März 1960- umsteigen in Stralsund in den Kleinbahnzug, der mich, einen 18-jährigen und völlig unmilitärischen Halbstarken nach Prora bringen wird. Als Soldat für eine Dienstzeit von zweieinhalb Jahren geworben, bin ich zum PR-8 einberufen worden, dass zur damaligen Zeit seinen Standort in Prora auf Rügen hatte. Ich war aufgeregt- was würde die neue Zeit bringen? Damals ahnte ich noch nicht, dass mit diesem Tag ein neues Kapitel in meinem Leben aufgeschlagen wird, welches mich bis zum Lehroffizier an einer Offiziershochschule und zum Dienstgrad Oberstleutnant bringen würde. Damals war herrliches Wetter, als der Molli endlich auf dem Bahnhof Prora hielt, und sehr viele junge Leute mit Koffern und Taschen aus dem "Rasenden Roland" stiegen.
Die Unordnung lichtete sich bald, denn ein Hfw. mit mehreren Uffz. und einer Liste bewaffnet, brachte bald ein System in das Gewimmel und eine halbe Stunde später marschierten wir unter dem beifälligen Gelächter der aus den Fenstern hängenden Soldaten der älteren Dienstjahre in unsere Unterkünfte. Während der sechs Wochen Grundausbildung habe ich noch nichts mit Panzern zu tun gehabt, es war eine rein infanteristische Ausbildung und Panzer kamen nur als Einlage bei den Märschen zum Übungsgelände vor: ("Panzer von Rechts!"), worauf sich der ganze Zug in den rechten Strassengraben zu werfen und mit seinem Karabiner todesmutig auf einen nicht vorhandenen Panzer zu zielen hatte.
Allerdings sah man ab und an mal auf dem Marsch in der Kaserne einen der legendären T-34 und heute weiss ich noch, welche Ehrfurcht ich vor diesem Klotz empfand, als ich das erste Mal sah, wie ein Einweiser, kurz vor dem Panzer laufend, dieses Ungetüm mit seinem Flaggensatz dirigierte.
Wenig später war ich selbst Mitglied einer Panzerbesatzung. Kommandant war ein Fw. Wiedenhöft, Panzerfahrer war Uffz. Tuchard, Richtschütze der Gefr. Stumm und ich war der Ladeschütze. Ladeschütze ist so ziemlich das Letzte in einer Besatzung, so in etwa wie ein Laufbursche und Hauptschuldiger an allem, was den Ablauf durcheinander bringt. Und wennes dann noch ein Berliner ist...
Aber nun lernte ich endlich den T-34 kennen. Unser war ein originaler sowjetischer, der aktiv am 2. Weltkrieg teilgenommen hatte. Das war an mehreren Dingen zu erkennen:
An der Fahrerlukeinnenseite waren mit Körnereinhieben mehrere russische Initialen eingeschlagen, 30 cm neben der Fahrerluke war ein Durchschuss, vermutlich von einer Panzerfaust stammend, mit einer Panzerplatte abgedeckt und verschweißt und die Gestänge auf dem Wannenboden hatten bereits deutliche Rillen in diesen geschliffen. Vieles habe ich vergessen, aber die Fahrgestellnummer habe ich heute noch im Kopf 0032425- so stand es rot umrandet auf dem Bug.
Jetzt hiess es, sich mit diesem Fahrzeug vertraut zu machen. Wobei die Fertigkeiten, die man vom Ladeschützen verlangte, nicht allzu problematisch waren. Das mit der Kanone gekoppelte MG war vom Plattenspieler- Typ, das heist, eine Trommel, gefüllt mit 7,62 mm Gewehrpatronen, die gleichen, die auch der Karabiner verschoss, musste richtig angesetzt, mit einem Faustschlag von oben verriegelt werden und der Verschluss musste zurückgezogen und losgelassen werden. Dann musste laut "Geladen" gebrüllt werden und alles weitere war Arbeit des Richtschützen, der auf der anderen Seite der Kanone saß, unmittelbar unter und vor dem Kommandanten, vor sich die Richtmechanismen für Höhe und Seite und vor allem das Zielfernrohr, lang wie ein Männerarm und mit einem optischen Scharnier versehen, damit es mit dem Höhenrichtbereich der Kanone mitbewegt werden konnte.
Die Granate vom Kaliber 85 mm war entweder im Turm in einer spez. Halterung befestigt oder sie lag in Kisten oberhalb des Wannenbodens, wo sie herausgenommen und bei während der Fahrt wild schwankenden Panzer aufs Bodenstück der Kanone gelegt und mit kühnem Schwung ins Patronenlager eingeführt wurde. Die Faust des Ladeschützen wurde dann durch den Fallkeil, der nach oben kam und das Patronenlager verriegelte, gleichsam nach oben geschoben. Jetzt musste man sehen, dass man hinter der Kanone verschwand, seinen Platz rechts im Turm einnahm und das an der Kanone befindliche Blockiergerät drückte. Erst jetzt war der elektrische Stromkreis zum Abfeuern freigegeben und der Richtschütze konnte über einem Schalter an Höhen- und Seitenrichtmaschine mit dem MG oder der Kanone die Bewaffnung zum Einsatz bringen.
Es gab mehrere Granatarten: Splitter- Sprenggranaten, sie bildeten die Masse des Kampfsatzes, Panzergranaten, Unterkalibergranaten und ich glaube, auch Hohlladungen konnten verschossen werden, zumindest habe ich es so in Erinnerung.
Fortsetzung folgt
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Blücher
Geschrieben am: Mittwoch, 12.Dezember 2007, 12:04 Uhr
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QUOTE (Techniker @ Mittwoch, 12.Dezember 2007, 11:55 Uhr)
Fortsetzung folgt

Unbedingt smile.gif !

Blücher
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hadischa
Geschrieben am: Mittwoch, 12.Dezember 2007, 12:09 Uhr
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Major
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@ Techniker,

warum schreibst Du kein Buch?

hadischa


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Soldat gewesen, jetzt Rentner, andere sagen Pensionär
Sympathisch oder nicht, was andere von mir denken, geht mir schon seit langem ein ganzes Stück weit am Allerwertesten vorbei. Auf Sympathiewerte bin ich nicht mehr angewiesen und diese Erkenntnis hat meine Lebensqualität enorm angehoben.
Wie sagte K. Adenauer
"Ich bin, wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich."
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Gilbert Wolzow
Geschrieben am: Mittwoch, 12.Dezember 2007, 12:33 Uhr
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Hauptmann
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@ techniker...spitzenbeitrag.
mensch ich bin ja ganz zappelig, denn ich will unbedingt wissen wie es weitergeht.
vom soldaten bis zum osl....da werden wohl einige kapitel bei herausspringen... biggrin.gif


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# MfS # 1984-1990 # Zoll # 1990-1991 #
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bronski
  Geschrieben am: Mittwoch, 12.Dezember 2007, 12:33 Uhr
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hallo techniker,

ausgezeichnete darlegungen, interessant soetwas zulesen.

bronski
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lion0762
Geschrieben am: Mittwoch, 12.Dezember 2007, 12:53 Uhr
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Oberfeldwebel
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Bitte wieterschreiben!


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„Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen. Wer die Gegenwart nicht versteht, kann die Zukunft nicht gestalten.“
(Hans–Friedrich Bergmann)
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Speedy
Geschrieben am: Mittwoch, 12.Dezember 2007, 13:03 Uhr
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Feldwebel
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Ich freue mich auf die Fortsetzung.


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GWD 3.5.1984 - 30.10.1985 PR 21 Panzerfunkmechaniker
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Bonnyhro
Geschrieben am: Mittwoch, 12.Dezember 2007, 13:19 Uhr
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Unterfeldwebel
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Ich ehrlich gesagt auch, will auch mehr wissen. Bei mir war das nicht so spektakulär, bin ja auch´n ganzes Stück jünger. dry.gif


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Grüße aus Rostock





Das einzige was man aufgeben sollte, ist ein Brief !!!
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Loewe QLB
Geschrieben am: Mittwoch, 12.Dezember 2007, 14:02 Uhr
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Stabsoberfähnrich
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echt Interressant. Weiterschreiben.
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Techniker
Geschrieben am: Mittwoch, 12.Dezember 2007, 14:13 Uhr
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Fortsetzung:
Das handwerkliche war nicht das eigentliche Problem, auch vom intellektuellen gab es wenig Probleme, obwohl ich nur 8-Klassen-Schulbildung hatte. Aber das war zu dieser Zeit normal, die 10-Klassen-Polytechnische wurde ja erst später eingeführt. Trotzdem brachten mich solche Begriffe, wie "Dampf-Luft-Ventil", "Seelenachse", "Justiertafel", doch ganz schön zum Grübeln. Vor allem, als mich der Fahrer einmal ins Lager der I-Kp. schickte, um dort das "Justiergerät für die Seelenachse" zu holen, war ich echt gefordert. Das Ganze war mir schon etwas suspekt, denn ich hatte gehört, dass die Seelenachse irgendwas zur Bewaffnung gehörendes imaginäres sei, aber weiß mans genau? Glücklicherweise traf ich auf dem Weg meinen TA- Oltn. Strauch, und der klärte mich auf, als ich ihn nach der Seelenachse befragte. Ich teilte also meinem Fahrer mit, dass dieses komplizierte Justiergerät erst ab Dienstgrad Uffz. empfangen werden dürfte und hatte in Zukunft meine Ruhe.
Eine wichtige Tätigkeit eines Ladeschützen ist die Unterstützung des Panzerfahrers bei den ständig stattfindenden Reinigungszeremonien des Triebwerks- und Motorraumes. Wobei Triebwerksraum eine neue Bezeichnung ist- bei uns hieß das noch nach der russischen Herkunft Transmissionsraum. Und dieser hatte ständig peinlich sauber zu sein, so sauber wie das Kochgeschirr eines Ladeschützen. Warum das so war, wurde mir schnell durch den Uffz. Tuchard klargemacht, als wir einmal die Panzerjalousien über dem Transmissionsraum entfernt hatten und ich das erste Mal die mächtigen Ventilatorschaufeln sah, die den Motor mit Kühlluft zu versorgen hatten. Der Ventilator ist beim T-34 direkt auf dem Kurbelwellenstumpf befestigt, das heißt, er dreht sich mit Motordrehzahl und direkt über diesem Ventilator liegen die beiden Luftansaugstutzen für den 38 l – Dieselmotor. Sollte das, was nicht passieren darf, doch geschehen und ein dämlicher Ladeschütze lässt z.B. einen Steckschlüssel auf dem Getriebe liegen, kann dieser später in den Bereich des Ventilators kommen und diesen zerstören, damit würden nachfolgend die Blechteile und Späne das Gehäuse der Luftansaugrohre zerstören, die Späne und Splitter durch den Motor angesaugt werden und die Folge wäre ein "Turbinenjäger", das heißt, der Motor frisst sich fest, ein besonderes Vorkommnis, meldepflichtig mindestens bis zum Vorsitzenden des Oberkommandos des Warschauer Vertrages, so ähnlich bekam ich das damals erklärt. Deshalb also peinlichste Sauberkeit und keine Fremdkörper. Am schlimmsten war aber immer die Reinigung der Batterieschächte, die für einen schlanken Typen wie mich geradezu entwickelt zu sein schienen. Kein Wunder also, dass es nicht mein Ehrgeiz war, auf ewig die verantwortungsvolle Tätigkeit des "Ladehugos" auszufüllen und ich bald nach höherem strebte. Diese Gelegenheit bot sich, als mein Fahrer beim Kadergespräch erklärte, nach Ablauf seiner Dienstzeit wieder in seinen angestammten Beruf als Traktorist zurückkehren zu wollen. Das ich meinem TA schon mehrfach durch interessierte Fragen aufgefallen war, schlug er mir vor, mich bei einem im Regiment stattfindenden Lehrgang zum Panzerfahrer zu qualifizieren. Ich stimmte freudig zu und fand mich wenig später nach einer gewissen theoretischen Ausbildung mit mehreren anderen Genossen auf einem Hügel bei Tribberatz wieder. Dort standen drei LG-Panzer (LG-Lehrgefechts-), von einem wurden die Ketten im hinteren Bereich abgeschlagen, so dass die Antriebsräder freilagen und es wurde geübt. Motor anlassen, Leerlaufdrehzahl einstellen, Kupplung treten, 2. Gang einlegen, Lenkhebel nach hinten ziehen, Kupplung kommen lassen. Mit den Lenkhebeln anfahren- bis zum Erbrechen. Natürlich mussten wir auch in die Feinheiten der Inbetriebnahme eingeweiht werden.
Der T-34 hatte keinen Vorwärmer, so dass im Winter nach jeder Nutzung das Wasser und Öl abgelassen wurde und in einem speziellen Gebäude, dem Wasser-und Olvorwärmer, untergebracht wurde. Das heißt, bei Alarm musste die Besatzung 90 l Öl und die selbe Menge Wasser aus dem Gebäude bis zum Panzer schleppen, auffüllen, die leeren Behälter wieder am Panzer festschrauben, während der Fahrer bereits den immer noch kalten Motor startete und warmlaufen liess. In der Halle sah es dann immer wie bei einem Negerkampf im Tunnel aus, niemand wusste: "Steht er noch oder fährt er schon?"
Vorschrift war es auch, mit Hilfe einer an der Motortrennwand befestigten mechanischen Ölpumpe solange Öl aus dem Motorölbehälter zur Kurbelwelle zu pumpen, bis das Manometer beim Fahrer ein halbes atü anzeigte- logisch, dass solch qualifizierte Arbeit nur durch den Ladeschützen erledigt werden konnte.
Doch zurück nach Tribberatz, wo mein Ausbilder entschied, dass ich nun geeignet sei, die 32 Tonnen aktuell durchs Gelände zu bewegen.
Und hier muss ich wieder an meine spätere Tätigkeit denken, in der ich ja auch Offiziersschüler in eben diese Geheimnisse einzuweisen hatte.
Ich glaube, und das ist ehrlich gesagt, so einen dämlichen Fahrschüler, wie ich einer war, hat es davor und danach im PR-8 so schnell nicht wieder gegeben.
Nun haben sich russische/sowjetische Panzer noch nie durch übermäßigen Komfort ausgezeichnet, doch schon das Einlegen des zweiten Ganges bei getretener Kupplung kann einen heutigen Zeitgenossen an den Rand der Verzweiflung bringen und Suizidgedanken verursachen. Die Kraft vom Motor zum Getriebe wird nämlich durch eine Mehrscheiben-Trockenkupplung übertragen- es waren mehr als 20 Scheiben, und selbst wenn die Kupplung getreten war, wurde durch die aneinander reibenden Scheiben noch so viel Drehmoment übertragen, dass das einlegen des Ganges bei am Handgas eingestellter Leerlaufdrehzahl von 700 Oborotow pro Minut einfach ein schöner Traum war.
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Techniker
Geschrieben am: Mittwoch, 12.Dezember 2007, 15:20 Uhr
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Vielmehr musste man, um den zweiten Gang einzulegen, das Handgas auf Null stellen und die Motordrehzahl nur mit dem Gaspedal regulieren. Jetzt die Kupplung treten, Blick zum Drehzahlmesser, Ohren auf Empfang , beide Hände am Schalthebel und wenn der Drehzahlmesser kurz vor Null stand, Bogenspannung in den Körper und mit einem Ruck, den zweiten Gang reingezogen. Dabei gab es Panzer, die sich so schlecht schalten ließen, dass der Ladehugo (wer sonst?) den Schaltvorgang durch einen Schlag mit dem "Bello" (Vorschlaghammer) gegen den Schalthebel wirksam unterstützen musste.
Da die Panzer, wie schon erwähnt, auf einem Hügel standen und hervorragend rollten, andererseits ich recht aufgeregt und dämlich war, dauerte bei mir der Prozess des Schaltens vom zweiten in den dritten Gang so lange, andrerseits war ich so beschäftigt mit dem Schalthebel und hatte noch nicht gelernt, meine Aufmerksamkeit entsprechend zu verteilen, dass bereits vor Ablauf des Schaltvorganges der Panzer mit knapp 40 km/h, abseits der befohlenen Fahrstrecke, sich seinen Weg durch das Unterholz suchte. Und um das Unglück vollständig zu machen, war mir bei meiner hektischen Arbeit auch noch der Stecker des Bordsprechkabels aus dem Kabel der Kopfhaube gerutscht. Das war aber nicht wirklich schlimm, denn der Fahrlehrer war trotzdem deutlich zu hören und das nicht nur im Panzer, sondern bis zur Ablauflinie.
Seitdem hatte ich den wenig schmeichelhaften Spitznamen "Atomfahrer", aber nach Absschluss des Lehrganges war ich in der Lage, den Panzer einigermassen sicher und zügig zu fahren.
Noch kurz einige Ausführungen zur Kommunikation im Panzer.
Der T-34 war zwar mit einer Bordsprechanlage und einem Funkgerät ausgerüstet, aber gerade die Bordsprechanlage war nicht wirklich vertrauenserweckend. Ich weiß heute nicht, was der Grund war, aber in der Regel war es Glückssache, wenn man über eine längere Zeit eine stabile Bordsprechverbindung hatte. Dazu trugen damals viele handwerkliche Fehler bei, so war es oft nicht möglich, das Kabel der BSA an der Kombi zu befestigen, weil die Lasche ausgerissen war oder durch das Tragen der Kopfhaube an den Kehlkopfmikrofonen die Zuleitungen herausgerissen wurden, jedenfalls war es so. Und mit der Funkverbindung sah es ähnlich aus:
"Ich höre sie mit 2, sehe mit 5", war damals ein damals manches mal gesendeter Spruch. Erst mit der R113, welche die 10 RT ablöste, war dann eine einigermassen gute Verständigung möglich. Das habe ich aber im PR-8 nicht mehr erlebt, so dass durchaus einige Kommandanten gerade vom LG-Technik auf die seltsamsten Gedanken kamen, um die Führung des Panzers sicherzustellen.
So war es durchaus Usus, dem Fahrer mit einer langen Leine an linker und rechter Schulter Kommandos zu übermitteln. Der Kommandant hatte dann buchstäblich die Zügel in der Hand. Rechts gezogen- der Fahrer fährt nach rechts. Links gezogen- Linkskurve. Beide gezogen- Stop.
Manchmal sah es schon lustig aus, wenn der Kdt. in der Luke mit den Zügeln in der Hand saß, wie Fuhrmann Henschel..
Ansonsten hatte der Panzer selbst für die damalige Zeit, 1960, noch hervorragende technische Parameter. Ich habe mir selbst einmal mit einem T-34 ein Rennen mit einer RT –125 geliefert, die zwar auf der schlaglochübersäten Landstrasse ihre Höchstgeschwindigkeit nicht ausfahren konnte, doch der T-34 lief ohne Probleme fast 60 km/h und was das für ein Gefühl ist, wenn einen solch ein Koloss mit solch einer Geschwindigkeit verfolgt, kann sich jeder gut vorstellen.
Durch seinen geringen Bodendruck hatte er eine sehr gute Geländegängigkeit und er war hervorragend gefedert. Allerdings hatte er keine Stossdämpfer und damit besaß er die Eigenschaft, sich bei mehreren aufeinanderfolgenden Bodenwellen stark aufzuschaukeln. Dem musste der Fahrer durch antizyklisches Gasgeben entgegenwirken, auch etwas, was ich lange Zeit nicht so recht beherrschte und dazu führte, dass mein Richtschütze längere Zeit mit einem blauen Auge herumlief, weil es ihn bei einem solch hohen seegang mit dem Auge gegen das Okular des Zielfernrohrs gedroschen hatte. Ja, (Edelmucker!!!), wir waren schon harte Leute.
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Bernd-Ro
Geschrieben am: Mittwoch, 12.Dezember 2007, 16:02 Uhr
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Oberstleutnant
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@Techniker, alle Hochachtung!
Wünsche mir mehr solcher Beiträge zu Weihnachten!
Grüße und Glückwunsch: Bernd


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Techniker
Geschrieben am: Mittwoch, 12.Dezember 2007, 17:05 Uhr
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QUOTE (hadischa @ Mittwoch, 12.Dezember 2007, 12:09 Uhr)
@ Techniker,

warum schreibst Du kein Buch?

hadischa

Weil ich mit der neuen Rechtschreibung nicht klarkomme. biggrin.gif
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Bernd-Ro
Geschrieben am: Mittwoch, 12.Dezember 2007, 17:33 Uhr
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Oberstleutnant
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QUOTE (Techniker @ Mittwoch, 12.Dezember 2007, 17:05 Uhr)
QUOTE (hadischa @ Mittwoch, 12.Dezember 2007, 12:09 Uhr)
@ Techniker,

warum schreibst Du kein Buch?

hadischa

Weil ich mit der neuen Rechtschreibung nicht klarkomme. biggrin.gif

Macht doch nix.
Schreibe auch, wie früher gelernt!
Allerdings nicht so druckreif. sad.gif

Grüße, Bernd


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bronski
Geschrieben am: Mittwoch, 12.Dezember 2007, 17:49 Uhr
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neue rechtschreibung hin und her, wir können alle lesen.

mach weiter so, ich suche schon nach einem "arbeitstitel" für dich wink.gif


gruß bronski
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