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> Hauptabteilung III, Spezialfunkdienste
Volker
Geschrieben am: Freitag, 30.Dezember 2005, 17:50 Uhr
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Die HA III war die im MfS verantwortliche Diensteinheit des funkelektronischen Kampfes.
Schwerpunkte der Arbeit waren Funkaufklärung und Funkabwehr

Aufgaben und Verantwortungsbereiche:

- Kontrolle und Überwachung von Funknetzen und Nachrichtenverbindungen (hauptsächlich) der NATO-Staaten zur Analysierung der Funklage in Westeuropa und in potentiellen Krisengebieten zur Früherkennung möglicher militärischer und anderer Überraschungsmomente und zur Gewinnung von Informationen entsprechend vorgegebener Informationsschwerpunkte insbesondere über Pläne, Maßnahmen und Absichten gegnerischer Dienste gegen die DDR;

- Kontrolle und Überwachung des Äthers im UKW- und Kurzwellenbereiches auf dem Territorium der DDR zur Gewährleistung der Funkhoheit der DDR zur Feststellung, Ortung und Analysierung geheimdienstlicher Agentenfunksendungen vom und in das Territorium der DDR und mit ihr verbündeter Staaten, der Erkennung, Lokalisierung und Liquidierung automatischer funkelektronischer Spionagemittel (Sonden, Sensoren) westlicher Geheimdienste auf dem Territorium der DDR und mit ihr verbündeter Staaten sowie Feststellung und Lokalisierung nichtgenehmigter Funkaussendungen;

- Erkennung von Lücken und Schwachstellen in den Funk- und Nachrichtenverbindungen der NATO und anderer interessierender Staaten;

- Gewährleistung von Sicherheit und Geheimhaltung in den Nachrichtenverbindungen der DDR einschließlich der Abwehr elektronischer Angriffe von Geheimdiensten gegen Nachrichtenverbindungen der DDR;

Personalbestand 1989: etwa 2.400 Mitarbeiter,
davon etwa jeweils 500 unmittelbar in Funkabwehr und Funkaufklärung beschäftigt.

In den Abteilungen III der Bezirke nochmals insgesamt knapp 700 Mitarbeiter

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Volker
Geschrieben am: Freitag, 30.Dezember 2005, 18:33 Uhr
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Objekte der HA III

am Ende der 80er Jahre verfügte die HA III im Raum Berlin über drei zentrale Objekte:

- das ZOW (zentrales Objekt Wuhlheide) dort hatte u.a. der HA Leiter sein Büro, die Auswertung war ebenfalls dort;

- das Objekt Gosen als zentrales Objekt der Funkabwehr;

- das Objekt Biesenthal u.a. mit der Satelliten- und HF-Aufklärung.

entlang der Staatsgrenze zur BRD existierten etwa ein dutzend Aufklärungspunkte der Abteilungen III, zumeist an exponierter Stelle. Der bekannteste dieser sollte der Brocken sein. Weitere solcher Punkte gab es aber auch in der Nähe von Salzwedel, auf dem Heldrastein, dem Auersberg, bei Sonneberg und dem Ellenbogen. Um mal einige Beispiele zu nennen.


Volker
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ZAIG
Geschrieben am: Freitag, 30.Dezember 2005, 18:44 Uhr
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Die Linie III war ein wichtiges und erfolgreiches "Dienstleistungsunternehmen" für die operativen Diensteinheiten des MfS. Das galt besonders für die HV A, einschließlich Abteilungen XV / BV sowie die Linien II und XXII.
Durch die IIIer Maßnahmen wurde manch operativ bedeutsame Ausgangsinformation gewonnen oder aber auch entsprechend interessante Personen unter Zielkontrolle gehalten.
Eine gute Mischung aus SigInt und HumInt ist Voraussetzung für einen erfolgreich arbeitenden Nachrichtendienst.

ZAIG

Bearbeitet von ZAIG am Freitag, 30.Dezember 2005, 18:59 Uhr
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Volker
Geschrieben am: Freitag, 30.Dezember 2005, 19:49 Uhr
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ZAIG,

das interessante für mich an der Angelegenheit ist unter anderem, das die Potenzen der funkelektronischen Aufklärung - obwohl bekannt - erst ziemlich spät zur Bildung einer extra Struktureinheit führten. Denn die Bildung der III erfolgte als Abteilung III erst im Juni 1971.

Volker
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joachim
Geschrieben am: Sonntag, 08.Januar 2006, 13:09 Uhr
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QUOTE (Volker @ 30. Dez. 2005, 19:49)
Denn die Bildung der III erfolgte als Abteilung III erst im Juni 1971.


Hallo,

Das hatte ich schon gelesen und das hätte ich mir eigentlich ja auch merken können, als ich in einem anderen Thread nach Aktivitäten der HA III in den jungen Nationalstaaten (speziell Kuba in den 1960er Jahren) stellte.

Deshalb hier noch mal die gleiche Frage etwas ausgeweitet gestellt: Welche Aktivitäten der HA III gab es, um sogenannte Junge Nationalstaaten beim Aufbau eigener Funkaufklärungsdienste zu unterstützen.

Joachim
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Volker
Geschrieben am: Sonntag, 08.Januar 2006, 13:26 Uhr
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Joachim,

authentisch kann ich nicht antworten, da mein Wissen auch nur aus zweiter Hand stammt. Nach meinem Kenntnisstand bestand die Hilfe in:

- Ausbildung vor Ort und zum Teil auch an unserer Schule;
- logistische Unterstützung beim Aufbau der eigenen Abwehr und Aufklärung;
- Übermittlung von Kenntnissen über Arbeitsweisen und Methoden des geheimdienstlichen Gegners;
- Übergabe von vorhandenen eigene Erkenntnissen, welche mit dem Gegenstand der Aufklärung und Abwehr im betreffendem Land unmittelbar zu tun haben;
- Übergabe von geeigneter Technik;
- Unterstützung bei der Analyse und Dekryptierung.

Volker
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Volker
Geschrieben am: Mittwoch, 11.Januar 2006, 19:42 Uhr
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hier noch mal einige Fotos zu ehemaligen Objekten der HA III. Als erstes das Gebäude in welchem auch meinChef saß. Die Bäume waren damals allerdings noch nicht so hoch.

Volker

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Volker
Geschrieben am: Mittwoch, 11.Januar 2006, 19:43 Uhr
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im Gebäude gegenüber saßen u.a. die auswertenden Dienstbereiche:

Volker

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Volker
Geschrieben am: Mittwoch, 11.Januar 2006, 19:46 Uhr
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der grüne Papierkorb, war damals noch nicht angeschraubt. Beide Fotos sind aus dem Jahr 2005. Das nächste Foto ist authetischer. Aus dem Jahr 1990 stammt folgendes Foto des Objektes der Funkabwehr in Gosen.

Volker
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Volker
Geschrieben am: Mittwoch, 11.Januar 2006, 19:47 Uhr
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wäre mit Foto besser gewesen. Jetzt kommt es:

Volker

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joachim
Geschrieben am: Mittwoch, 11.Januar 2006, 20:30 Uhr
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Volker,

Stammen die ersten beiden Fotos vom Zentralobjekt Wuhlheide? Gibt es im ehemaligen ZOW noch irgendwelchen Relikte, die auf die ehemalige Nutzung hindeuten? Dort befand sich doch auch die Abteilung XIII (Zentrale Rechenstation).

Joachim
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xde100
Geschrieben am: Mittwoch, 11.Januar 2006, 20:34 Uhr
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Hallo Volker,

zwei Fragen:

1) Habt ihr praktisch "nur" Datensammler gespielt oder habt ihr auch selbst Auswertungen des aufgefangenen Funkverkehrs vorgenommen bzw. wenn nein, gab es dafür spezielle Einheiten/Abteilungen ?

2) Gosen... Wart ihr mit dem Bunker dort in der Ecke irgendwie verknüpft ? Und dann gab es doch in Gosen noch eine Schule, m.W. der HVA ?

xde100


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joachim
Geschrieben am: Mittwoch, 11.Januar 2006, 20:40 Uhr
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Volker,

Noch eine Frage: Gerade habe ich die Lektüre von Markus Wolf Spionnagechef im geheimen Krieg beendet. Dort berichtet er, dass der HA III Aufklärungsergebnisse der HVA über die Möglichkeiten der gegnerischen Funkaufklärung (ELOKA) zugänglich gemacht wurden und um eine Expertise zu den erarbeiteten Ergebnissen gebeten wurde. In diesem Sinne ist die HA III dann auch auswertende Abteilung gewesen.

Gab es eigentlich eine Fachbibliothek mit westlichen Zeitschriften und Büchern, die den Mitarbeitern zugänglich war?

Joachim
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ZAIG
Geschrieben am: Mittwoch, 11.Januar 2006, 20:41 Uhr
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QUOTE (xde100 @ 11. Jan. 2006, 20:34)
2) Gosen... Wart ihr mit dem Bunker dort in der Ecke irgendwie verknüpft ? Und dann gab es doch in Gosen noch eine Schule, m.W. der HVA ?

xde100

xde 100,

das Objekt S und die Ausweichführungsstelle hatten mit dem Objekt der HA III nichts zu tun und waren ein völlig eigenständiger Bereich.

ZAIG
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xde100
Geschrieben am: Mittwoch, 11.Januar 2006, 20:50 Uhr
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QUOTE (ZAIG @ 11. Jan. 2006, 20:41)
QUOTE (xde100 @ 11. Jan. 2006, 20:34)
2) Gosen... Wart ihr mit dem Bunker dort in der Ecke irgendwie verknüpft ? Und dann gab es doch in Gosen noch eine Schule, m.W. der HVA ?

xde100

xde 100,

das Objekt S und die Ausweichführungsstelle hatten mit dem Objekt der HA III nichts zu tun und waren ein völlig eigenständiger Bereich.

ZAIG

Ok, danke ! smile.gif


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