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> GÜst-Marienborn: Kfz-Sperrbolzen mit Sprengsatz, Sperre blockierte Fahrbahn sofort
English-Mike
Geschrieben am: Mittwoch, 03.August 2005, 11:23 Uhr
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Ich suche Information und auch evtl. Bilder, Skizzen, oder persönliche Erfahrungen von Durchreisenden oder ehemaligen Mitgliedern der DDR-Grenztruppen über die durch Sprengsatz betätigten Grenzsperren, die zum Beispiel beim ehemaligen Grenzübergang Marienborn eingerichtet waren. Es war so: Ich kann mich erinnern, als ich die Transitstrecke von West-Berlin nach Hannover befuhr (zirka 1975), dass man an der DDR-Seite bei Marienborn nach der Passkontrolle und Verlassen des Kontrollhäuschens durch eine verengte Stelle weiterfahren musste, an der eine Sperranlage in dicken Betonklötzen eingebaut und mit einem Sprengsatz versehen war. In der Fahrbahn war ein Quergleis eingelassen

Falls ein Flüchtling im letzten Moment entdeckt würde, konnten die DDR-Grenzsoldaten den Sprengsatz feuern, was zur Folge hatte, das ein dicker Bolzen auf den Schienen quer über die Fahrbahn geschossen wurde, um diese somit blitzschnell zu blockieren. Laut Gerücht sei der Bolzen so kraftvoll ausgelöst worden, dass ein eventuell dazwischen zum Stillstand gekommenes Fahrzeug nachher nur Schrottwert hätte und irgendwelche Insassen schwerverletzt oder sogar getötet würden.

Allerdings fand ich bisher gar keine Webseiten, die solche Sperreinrichtungen beschreiben. Für Andeutungen auf Webseiten, wo ich solche Einzelheiten auffinden kann, bin ich sehr dankbar, da ich z. Zt. meine Lebensgeschichte niederschreibe!
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virago
Geschrieben am: Mittwoch, 03.August 2005, 12:33 Uhr
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Stabsoberfähnrich
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Hallo,

ein Bild einer solchen (oder ähnlichen) Kfz-Sperre findest Du hier. Foto ist im Sommer 1990 an der GÜST Salzwedel/Bergen aufgenommen worden.

Die von Dir geschilderte Verfahrensweise (Auslösung durch Sprengung) ist mir allerdings unbekannt. Ich kenne nur die Variante Auslösung durch Magnetschalter. Da ich allerdings nicht an einer GÜST gedient habe, ist ein Irrtum meinerseits nicht ausgeschlossen.

Nähere Informationen zum Thema findest Du aber sicherlich in der Gedenkstätte Marienborn

virago


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# Berufsoffizier # Grenztruppen # 1982 - 1990 #
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sentry
Geschrieben am: Freitag, 05.August 2005, 07:29 Uhr
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Stabsfeldwebel
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Hi Mike,
an der GÜSt Marienborn gab es drei unterschiedliche Arten von Sperren, die in der Lage waren, Kraftfahrzeuge aufzuhalten.
Ich war dort 87-88 in der Sicherungskompanie, dass heißt meine Erfahrungen sind ein wenig nach deiner Zeit gesammelt, aber ich denke, in dieser Hinsicht hatte sich dort nicht viel geändert.

Gehen wir 'mal von Osten nach Westen vor.
Ca. 5km vor der Grenzlinie, so 2-3km vor dem Kontrollterritorium war ein Kontrollpunkt der Volkspolizei angeordnet. Wir nannten das Ding KP59.
Dort gab es eine sogenannte Kombisperre. Normalerweise wurden hier Fahrzeuge vorkontrolliert, die aus dem Ostblock kamen.
Die Kombisperre sah aus wie ein großes Absperrgitter. Sie ruhte parallel zur Fahrbahn und konnte wie ein Tor per Knopfdruck geschlossen werden. Besonderheit war, dass sie auch einem Anprall von Westen aus sehr gut standhielt. Sie war praktisch das einzige Sperrmittel, das einen West-Ost-Durchbruch technisch stoppen konnten.

Auf dem Bild sieht man die Kombisperre in Aktion genau bei so einem West-Ost-Durchbruch 1987 oder 88.


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Im Kontrollterritorium und im westlich angrenzenden Grenzstreckenabschnitt folgten sogenannte Sperrschlagbäume. Das waren optisch etwas dickere runde Schranken, die jedoch mit Drahtseilen gefüllt waren und mittels massiven Betonwiderlagern extrem haltbar gemacht wurden. SIe wirkten nur in Ost-West-Richtung, vom Westen konnten sie einfach aufgeschoben werden. Auch sie ruhten parallel zur Fahrbahn und konnte wie ein Tor per Knopfdruck geschlossen werden. Der Antrieb erfolgte über ganz normale Elektromotoren.
Die letzten Sperrschlagbäume standen etwa 800 m vor der Grenzlinie

Ein Sperrschlagbaum in Aktion bei einem versuchten Durchbruch ebenfalls 87 oder 88.


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Ca. 400m vor der Grenze befanden sich in Berlin die letzten Sperrelemente auf der Autobahn. Das waren die Kfz-Rollsperren, von den Grenzern "Pfiffies" genannt.
Von außen sah das ganze ähnlich aus, wie auf dem Bild-Link von Virago.
Die Pfiffies standen in dieser Hütte, die man dort sieht, auf einer schiefen Ebene auf Gleisen, die über die Fahrbahn liefen.
Der im Vordergrund rechts zu sehende Betonblock ist eigentlich nur ein massives Widerlager, in das die Rollsperre bei Auslösung einfuhr, um ein Herausreißen durch Fahrzeige zu verhindern.
Die Konstruktion auf einer der vier Fahrbahnen in Marienborn:


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Ein Blick aus der "Hundehütte" auf die Straße. Auf dieser Ebene stand die Rollsperre...


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...die für sich alleine fotografiert, so aussah:


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Vorne rechts an dem Stahlmonster sieht man eine kleine Quertraverse. Dort wurde am oberen Ende der Hundehütte ein großer Stahlhaken eingerastet, der den Pfiffie auf der schiefen Ebene festhielt.

Das ganze funktionierte, physikalisch völlig unspektakulär nach einem sehr wirtschaftlichen Prinzip, dass schon Galileo Galilei kannte: Der Gravitation.
Im Alarmfall wurde per Knopfdruck in der benachbarten Führungsstelle einfach nur der Haken angehoben und die Rollsperre rollte (was sonst) in Affenzahn und mit ordentlich Lärm die schiefe Ebene herunter über die Straße und prallte gegenüber mit einem ganz normalen Eisenbahnpuffer in das Betonwiderlager.
Natürlich hätten auch die Pfiffies einem West-Ost-Durchbruch standgehalten, aber sie standen ja so weit im Westen und von Westen gesehen noch vor dem KT, dass ja keiner wissen konnte, ob es ein Durchbruch werden würde ph34r.gif
Am "Heck" der Rollsperre hing ein starkes Drahtseil, mit dessen Hilfe und einer elektrischen Winde die Sperre anschließend wieder in Ruheposition zurückgezogen werden konnte.
Also nochmal ganz deutlich: Es gab keine Sperren, die mit irgendwelchen Sprengsätzen in den Straßenraum katapultiert wurden. Aber die Wirkung der Kfz-Rollsperren war ähnlich. Das schließen dauerte maximal 3-4 Sekunden. Augenzeugen mögen vielleicht von Sprengsätzen berichtet haben. Vor den Pfiffiehütten hingen Pendeltüren aus Stahlblech, die bei Auslösung von den Pfiffies hochgestoßen wurden. Das gab einen enormen Knall, den man vielleicht als Explosion interpretiert haben könnte.
Die Konstruktion machte jedoch irgendwelche Antriebe völlig überflüssig und wäre auch wirtschaftlich gar nicht zu vertreten gewesen, denn die Sperren wurden jede Nacht mindestens einmal zur "Alarmüberprüfung" geschlossen - wie auch alle anderen Schranken und Sperreinrichtungen.
Dadurch gab es jede Menge Augenzeugen...vornehmlich Reisende, also Westgermanen.

Die Pfiffies waren so aufgebaut, dass durch die Hütten, die Widerlager, die Sperren selber und Begrenzungsmauern rechts und links der äußeren der vier Richtungsfahrbahnen ein praktisch lückenloses Sperrband gebildet werden konnte. Der Querschnitt der Fahrbahnen war allerdings nicht eingeengt in diesem Bereich.
Völlig richtig ist, dass die ausgelöste Rollsperre ein Fahrzeug, das sich gerade auf den Gleisen befindet zerquetscht hätte. Die Masse und die Geschwindigkeit hätten zweifellos dafür gesorgt.
Als Vorsorge wurden deshalb die Pfiffies von der Führungsstelle aus geschlossen. Die lag unmittelbar neben der Sperrstrecke, und der Mann am Knopf hatte freie Sicht auf den Wirkungsbereich.
Man muss natürlich wissen, dass zum Schließen der Sperren immer genug Zeit bestand. Ein Flüchtling hätte ja schon den KP59 5km weiter östlich durchbrechen müssen. Und selbst wenn dies nicht aufgefallen wäre, hätte er sich im Kontrollterritorium (KT) der Kontrolle entziehen müssen. Und auch hier gab es noch vor der eigentlichen Kontrolle die sogenannte Vorkontrolle Ausreise (VKE).
Um eine ausreichende Reaktionszeit zur Verfügung zu haben, wurde ja nun extra das KT so weit östlich installiert.
Ein Fahrzeug mit i.M. 120 km/h (mehr gab der östlichre Fahrzeug-Pool nicht her) brauchte mindestens 15 sek. vom KT bis zu den Rollsperren. In dieser Zeit konnte man die vorhandenen Ampeln auf Rot setzen, die Schranken zur Absicherung gegen Unbeteiligte Kfz schließen UND die Pfiffies 'rauslassen.
So weit mir bekannt, hat es in der Geschichte der GÜSt Marienborn nur ein Fahrzeug bis zu den Pfiffies geschafft. Das war ein Tanklastzug, dessen Fahrer einen Durchbruch wagte.
Uns hat man jedoch erzählt, man hätte ihn mutwillig bis dorthin fahren lassen, weil man nicht wusste, ob er beladen war und man nicht eine Explosion mit katastrophalen Folgen riskieren wollte, wenn er im Bereich des KT in einen Sperrschlagbaum rast.
An den Pfiffies befanden sich ja "nur zwischen 3 und 5 Grenzer dry.gif
Das klingt plausibel, denn es wäre ein Leichtes gewesen, einen relativ langsamen Lastzug frühzeitig zu stoppen.

Nochmal zu den aus Versehen möglicherweise zerquetschten Fahrzeugen.
Da ja sehr häufig lange Staus bei der Einreise entstanden, bestand die Gefahr, das im Stau zum Halt kommende Fahrzeuge genau auf den Gleisen stoppen... Das wäre natürlich bei Alarmauslösung eine fatale Situation gewesen.
Deshalb wurden bei solch starkem Grenzverkehr zusätzliche Grenzer auf die Autobahn geschickt, die als Regulierer den Stau jeweils vor den Rollsperren unterbrechen mussten. Das heisst sie stoppten den Verkehr auf der betroffenen Richtungsfahrbahn zeitweise einfach per Handzeichen (mit dem allseits bekannten schwarz-weißen Leuchtstab), so dass die Autoschlange im Bereich der Gleise ständig unterbrochen war und man die Sperren jederzeit hätte schließen können.

Bearbeitet von sentry am Freitag, 05.August 2005, 07:51 Uhr
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English-Mike
Geschrieben am: Freitag, 05.August 2005, 11:37 Uhr
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Hi Sentry,

deine unheimlich gut detaillierte Antwort und die Bilder haben alle meine Fragen beantwortet! Vielen Dank! In Bezug auf den von mir erwähnten Sprengsatz, muss ich zugeben, dass diese Information mich von anderen Durchreisenden erreichte, also Gerüchte eigentlich. Vielleicht wollte man mich noch mehr beängstigen, als ich schon war!

Der Grund weshalb ich als Engländer diese Details in meiner Lebensgeschichte so genau wie möglich beschreiben möchte, ist, weil die uberwiegende Mehrheit der Briten gar keine Ahnung hatte oder hat, wie es damals in Europa zuging. Die meisten Briten haben gar keine Vorstellung von dem geteilten Deutschland. Dass West-Berlin eine Insel mitten in der DDR war, wissen nur wenige, die entweder dorthin gingen oder sich für Deutschland überhaupt interessierte.

Nun ja, Gott sei Dank ist das alles jetzt “nur” Geschichte geworden, jedoch wäre es sinnvoll meiner Meinung nach, wenn meine Landsleute, die dauernd am Meckern sind, lernen würden, wie es anderswo in Europa während des kalten Krieges zugegangen ist, bis 1989 sogar, und vielleicht damit das relativ schöne und vor allen Dingen freie Leben von heute auch etwas mehr zu schätzen wissen.

English-Mike
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sentry
Geschrieben am: Freitag, 05.August 2005, 13:00 Uhr
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Freut mich, wenn ich dir helfen konnte.
Bist du dort als Tourist oder Angehöriger der Alliierten Streitkräfte durchgefahren?

Ein Ritual der Grenzsoldaten war, dass sie zum Ende ihrer Dienstzeit als Wehrpflichtige einen großen Wecker (so ein russisches Modell mit 2 Glocken oben drauf) zur Alarmüberprüfung vorn an dem Eisenbahnpuffer des Pfiffies befestigten und von der ausfahrenden Sperre zerquetschen ließen. Damit wurde die nicht so sehr geliebte Dienstzeit, die geprägt war von wenig Schlaf und viel Müdigkeit ein für alle Mal beendet wink.gif

Bearbeitet von sentry am Freitag, 05.August 2005, 13:07 Uhr
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English-Mike
Geschrieben am: Freitag, 05.August 2005, 16:43 Uhr
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Ich war damals Gastarbeiter! Ja, ich bekam 1969 bei den Ford-Werken in Köln eine Stelle zuerst als Kraftfahrzeugschlosser im Prototypenbau, später als technischer Übersetzer in der Kundendienstschule. Ich übersetzte die meisten Werkstatthandbücher von europäischen Ford-Fahrzeugen aus dem Englischen ins Deutsche, auch Bedienungsanleitungen. Allerdings war meine Schwester, ebenfalls Engländerin natürlich, mit einem deutschen Studenten befreundet, der in West-Berlin Medizin studierte, und deshalb machte ich oft die Reise dorthin, manchmal mit dem Auto, manchmal mit der Bahn, aber später vielmehr mit Pan-Am aus Köln oder Frankfurt am Main.

Die Reise durch die DDR war immer am meisten interessant jedenfalls. Nach der Wende habe ich mal die Gelegenheit gehabt, zum ersten Mal ehemaligen DDR-Boden zu betreten, als wir einen Ausflug von Hamburg nach Schwerin machten. Ich erinnere mich an die Kopfsteinpflasterstrassen mitten auf dem Land, an Bienenstöcke in Reihen ebenfalls auf einem Acker irgendwo, an die alten Häuse und Kirchen, die alle erschienen, als ob man mit einer Zeitmaschine in die Vergangenheit zurückversetzt worden ist!

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PKE
Geschrieben am: Montag, 26.September 2005, 18:27 Uhr
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Ich habe die Beiträge zu der Kfz-Sperre aufmerksam gelesen. Es sind sehr sachliche und gute Antworten gegeben worden. An den GÜST im Bezirk Potsdam kannten wir solche Begriffe wie Pfiffie oder Hundehütten jedoch nicht. Na ja, jede Region hat eben andere Betrachtungen. Im ersten Halbjahr 1989 gab es im Zusammenhang mit Befehlen der GT zur Anwendung der Schusswaffen an den GÜST jedoch Vorschläge seitens der Passkontrolle, diese Kfz-Sperren wegen ihrer Gefährlichkeit für die Reisenden abzuschaffen.
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MBIII
Geschrieben am: Montag, 24.Oktober 2005, 21:34 Uhr
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Letzten Mittwoch kam übrigens auf MDR gegen 23:30 ein Beitrag über DDR Autobahnen. Hier wurden auch Aufnahmen von Übungsplätzen der DDR gezeigt, auf denen simulierte Grenzdurchbrüche mit KFZ zu sehen war. Das heißt, verschiedene Anlagen wurden getestet und das ganze dokumentiert. Leider hat mein Filmmitschnitt nicht hingehauen.... wenn jemand die Reportage aufgenommen hat- ich nehm gern eine Kopie.

MfG, Andreas
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544willy
Geschrieben am: Sonntag, 02.April 2006, 11:50 Uhr
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Ich kann den Beitrag von Horst (PKE) bestätigen. Auch ich kenne die Begriffe Pfiffies, Hundehuette nicht.
die Rollsperre war mir mit dem Begriff JUMBO bekannt und funktioniert nach Ausloesen der Halterung des Betonklotzes durch Bewegung auf der schiefen Ebene (wie beschrieben). Von letzten Kontrollpunkt bis zum JUMBO war ausreichend Platz. Ein Zerquetschen von von Personen und Sachen gehoert IMHO zu den journalistischen Legenden. Wer die Rollsperre auslösen konnte ist mir nicht mehr bekannt?

Auch ist mir der der Begriff QUERSCHLAGBAUM bekannt. Dabei handelt es sich um einen Schlagbaum der sich im Pfosten radial parallel in Hoehe von 80 bis 100 cm über der Fahrbahn gegen ein Widerlager (Stahlbeton mit Verieglungsmechanik... Abmessungen ca. (0,8x1,0x1,0)m) mit Verriegelung eindrehte. Der Schlagbaum bestand aus einem Rohr ca. 4 bis 6 Zoll im Durchmesser. Im Rohr aus Stahlblech befanden sich 4 verseilte Stahltrossen (Abmessungen je ca. 40mm) , an den Enden verschweiszt. Wie der Antrieb des Querschlagbaumes erfolgte ist mir unbekannt.

Inwieweit es sich um Technik der Grenztruppen handelt kann ich nicht genau einordnen. GUEST wurden i.a. durch das Personal der Guest- sicherungsregimenter, der Deutschen Grenzpolizeit (HA VI des MfS... PKE), und dem Zoll besetzt und hatten mit den Grenztruppen nichts zu tun. Guest an den Grenzen zum NSW (Grenze West, Westberlin, Fughaefen... evtl. Schiff) hatten ein Operatives Lagezentrum (Lageoffizier(e) vor Viedowand) zur Problematik Grenzdurchbruch bzw. Gewalt und Terrorabwehr. Ein Groszteil der Fahnung nach Personen war die Kategorie der Fahndungsnummern 400.000 bis 600.000 zu terror- und gewaltbereiten Personengruppen. An den Grenzen WEST wurde der Hinterlandsicherung grosze Bedeutung beigemessen. Hier konnten Schleusungen und vorbereitete Grenzdurchbrueche erkannt und Masznahmen eingeleitet werden. Diese Szenarien wurden IMHO auch trainiert... (Aufbau von ScheinGUEST, Befreiung von Geiseln etc.). Ich glaube mich noch Ende der 70ziger Jahre des 20. Jahrh. an einen Fall an der Grenze CSSR zu West an einem versuchten Grenzdurchbruch mit einem Autobus+Geiseln wage zu erinnern??... aber das ist schon zulange her.

@English-Mike... Es gab neben den mechanischen Grenzsicherungsanlagen an GUEST's (nicht zu Verwechseln mit den Grenzsicherungsanlagen an der Boarderline) andere Sicherungen... Beobachtung HAVIII, Viedeotechnik an GUEST, Sicherung an Reisedokumenten, Chemische Sicherungen von Schreibstift und Stempelfarbe.... etc.
Sprengsperrbolzen sind mit gaenzlich unbekannt.

freundlichst... 544 Willy (do2uf)
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English-Mike
Geschrieben am: Sonntag, 02.April 2006, 13:16 Uhr
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544willy und andere, vielen Dank für eure Beiträge! Ich habe das Aufschreiben meiner Lebensgeschichte jetzt fast fertig. Nun bin ich dabei, sie zu redigieren. Bin mal gespannt, was ich damit machen soll, denn ich habe so viele interessante Sachen herausgefunden, insbesondere über die Teilung Deutschlands. Vielleicht wird jemand sie lesen wollen…

Übrigens, was hält man von unserer britischen Identitätskarte?!! Sie kommt demnächst. Hinter dem drakonischen, mit RFID Chip versehenen Ausweis wird eine massive Datenbank stecken von den 60 Million Einwohnern Großbritanniens. Jeder Datensatz wird bis zu 50 (f ü n f z i g) Einzelheiten über die Personalien des Bürgers enthalten. Die Karte wird zuerst freiwillig sein, nur jeder, der ab etwa 2010 einen Reisepass beantragt, muß zwangsläufig auch die Karte bekommen, und zwar mit einer Selbstkostenbeteiligung von etwa 45€ pro Person. Eine künftige Regierung könnte wirklich was anfangen mit einem solchen Kontrollsystem, nicht wahr? Ja, wer sagte, es könne nie in England geschehen?

Und was sagt die Bevölkerung dazu? “Wer nichts zu verborgen hat, hat nichts zu fürchten!” Die Gleichgültigkeit ist momentan enorm groß.
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sentry
Geschrieben am: Montag, 03.April 2006, 10:22 Uhr
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Nur noch mal zur Verdeutlichung: "Pfiffie" war eine Kreation des SiK-Jarogons in Marienborn,d er sich dort über die Jahre entwickelt hat. An anderen GÜSten wurden sich eben andere Bezeichnungen ausgedacht.
"Hundehütte" haben wir in Marienborn auch nicht verwendet. Das Wort hatte ich nur hier im Forum benutzt, um die Herleitung des Begriffes "Pfiffie" zu verdeutlichen...
Die (offiziell) Kfz-Rollsperren konnten in M'born vom DHO und von der FÜSt aus betätigt werden. IdR wurden sie durch den KGSi geschlossen, da er direkte Sicht auf die Sperren hatte.

Was du als Querschlagbaum bezeichnest, hieß in Marienborn ganz offiziell Sperrschlagbaum. Die Auslösung erfolgte per Knopfdruck durch den DHO. Der Antrieb erfolgte durch einen Elektromotor und ein bisschen Getriebe-Kram.

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Bearbeitet von sentry am Montag, 03.April 2006, 10:23 Uhr

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544willy
Geschrieben am: Mittwoch, 05.April 2006, 16:41 Uhr
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sentry danke fuer die info sperrschlagbaum!

e-mike RFID wird wohl eine extra kategorie im forum werden?? schaun wir was der moderator sagt. rfid in reisepaessen... germany spilt irgend wie die vorreiterrolle.... wie immer nibelungentreu. in NL hat man es bereits ausgelesen und innerhalb von 24 stunden entziffert... steht im internet bei telepolis. fuer die leseentfernung wird ca. 10 meter angestrebt (mautbruecke zur automatischen ueberwachung). momentan durchschnittlich 1,5 meter bei 13,56 MHz.

gruenden wir eine PASSPORT TUNING Gesellschaft? pferdekoepfe koennen den grenzbeamten auch mal anschauen, hi. fraglich ist die weiterreise bei rotem alert screen am kontrollpunkt.... reisedokument gueltig aber chip falsch. bis denne willy
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Thunderhorse
Geschrieben am: Samstag, 03.März 2007, 18:26 Uhr
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Aufnahme einer ausfahrenden Kfz-Sperre.

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Thunderhorse
Geschrieben am: Samstag, 03.März 2007, 18:30 Uhr
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Ausgefahren. Die Posten gingen an dieser GÜSt bei Alarm, links und rechts der Straße in Stellung.

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Rhoenraeuber
Geschrieben am: Samstag, 03.März 2007, 19:05 Uhr
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@TH das Foto ist von der Güst Meiningen Im Hintergrund ist noch der Kabelkanal der Fernsehbeobachtungsanlage zu sehen.Waren viele Freizeitstunden damit verbunden denn die Anlage wurde von den Mitarbeitern der PKE in der Freizeit erstellt.

Übrigens um an die Kfz Sperren anzuschließen,dieser Jumpo wie er ander Güst in Meiningen genannt wurde war am Ende nicht wie in vorherigen Beiträgen mit einem Puffer der Eisenbahn versehen sondern mi einem Stoßdämpfer einer MIG.Bei Versuchen die im Vorfeld der Eröffnung stattfanden wurde nämlich festgestellt, daß der Jumpo immer erst zurückrollte durch den Aufprall. So das durch mehrere Versuche der Stoßdämpfer der MIG das beste Ergebniss brachte.

Rhöni Mitarbeiter der Güst Mgn.

Bearbeitet von Rhoenraeuber am Samstag, 03.März 2007, 19:08 Uhr
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