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> Frage zu "Militärpolizei" der NVA
westpoint
Geschrieben am: Sonntag, 11.Juli 2004, 07:03 Uhr
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Wer war für die Ordnungsaufgaben bei der NVA zuständig?
Gab es in der NVA auch richtige Militärpolizei, so wie beispielsweise die Feldjäger bei der Bundeswehr oder "MP" bei den US-Streitkräften?
Wenn ja, wie nannten sie sich, wie waren sie gekennzeichnet und welche Aufgaben hatten sie?
Wenn nein, wer wurde dann bei begangenen Straftaten bei der NVA dafür eingesetzt?

Bearbeitet von westpoint am Sonntag, 11.Juli 2004, 07:07 Uhr
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Blackhusar
Geschrieben am: Sonntag, 11.Juli 2004, 09:05 Uhr
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Stabsfeldwebel
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Hallo Westpoint,

für die normalen Streifendienste im Standortbereich wurden sogenannte "Militärstreifen" eingesetzt. Meist waren dies zwei oder drei normale Soldaten unter Leitung eines Vorgesetzten/Berufssoldaten -> meist Offizier oder Fähnrich, aber auch erfahrene BUffz konnten solch Streife führen. Aufgabe war in der Regel das Durchsetzen der MDO (Militärische Disziplin und Ordnung). Also Kontrolle der Urlaubscheine/Ausgangskarten, Durchsetzung der Anzugsordnung und Disziplin.
Zusätzlich zu diesen Standortstreifen der Truppenteile/Einheiten gab es aber auch zentale Militärstreifen. Diese gehörten i.d.R. zum "Kommandantendienst" -> stammt wohl vom alten Begriff "Kommandantur" ab -> oder aber waren von der Division aufwärts eingesetzt und unterstanden irgendwelchen Stäben/Kommandos.
Diese Militärstreifen des Kommandantendienstes waren beim normalen Landser, aber auch bei vielen unteren Dienstgraden, nicht gerade beliebt -> eigentlich wurden sie teilweise gefürchtet und gehaßt wie die Pest. Sie kommen, dem was Du unter Militärpolizei verstehst, wohl am nächsten. Diesen "Vorschriftendreschern" ging eigentlich, wenn er noch bei normalen Verstand und nicht besoffen war, jeder Militärangehörige im Urlaub und Ausgang schleunigst aus dem Weg. Wurde doch teilweise aus einer offenen Jacke -> die Jacke war in der Öffentlichkeit grundsätzlich geschlossen zu tragen -> und dem seltenen und wohlverdienten Urlaub/Ausgang, nach einer kurzen Diskussion nicht selten Arrest. Und im Notfall -> bei renitenten, besoffenen oder "unbeliebten" Armeeangehörigen -> langten die Militärstreifen zur Not auch ganz schön zu. Da wurde manch Frust oder "Waffenhaß" (Grenzer gegen andere Teilstreitkräfte, Mucker gegen Pios, Ari gegen Panzer etc.) auch mal mit ausgetobt. Mit Angehörigen der eigenen Einheiten verfuhr man i.d. Regel etwas "zivilisierter".

Von der rechtlichen Stellung her galt die Militärstreife den Angehörigen im Standort-/Streifenbereich als Vorgesetzt/Befehlsbefugt -> zumindest hinsichtlich MDO. Direkte polizeiliche Befugnisse gegenüber Zivilisten besaßen sie normalerweise nicht, da erfolgte eine Abstimmung/Zusammenarbeit mit der VP. Dies traf eigentlich auch bei Fahndungsmaßnahmen zu. Wobei in der Praxis viele Streifenführer, in der Eifer des Gefechtes und Dienstbeflissen wie mancher damals war, dies ignorierten und "selbständig" handelten.

Dies nur kurz aus meiner relativ lückenhaften Erinnerung. Zumindest Robert -> wenn er mal wieder hier postet kann dazu mehr sagen, da er als Angehöriger einer speziellen Akl-Einheit der GT häufig für Streifendienste, Fahndungen etc. -> bis hin zur Jagd auf russ. Deserteure -> eingesetzt war.

Die Streifenführer trugen meist Pistole, bei den Streifensoldaten war aus "Praxisgründen" meist die MPi zu sehen -> Kolbenschläge, Stöße u.ä. gehörten ja zur normalen Nahkampfausbildung -> wobei ein Gummiknüppel eigentlich aus heutiger Sicht besser geeignet gewesen wäre. Routinierte Streifen hatten auch mal ganz schnell das Koppel abgeschnallt und droschen mit dem Koppelschloß drauf los. Dies stand so natürlich sicher in keiner DV. Erkannt hat man die Streifen übrigens am weißen Koppelzeug, welches extra für Streifen und Regulierer (gehörten teilweise auch zum Kommandantendienst) zur Ausrüstung gehörte.

Gruß Blacky - der Streifen auch aus dem Weg ging, aber als Streifenführer auch ein harter Hund war -

P.S. Hab nicht gern Streifenführer gemacht (war für meine Sicht Scheißjob), ging aber bei der NVA leider nicht immer nach Wunsch, sondern nach Notwendigkeit. Wie heißt der alte Spruch ? -> "Gib einem Deutschen Macht und er wird zum Schwein !"
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dimaggi
Geschrieben am: Sonntag, 11.Juli 2004, 09:06 Uhr
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Für Ordnunugsaufgaben wurde der KommandantenDienst ( KD) und verkehrspolizeiliche Aufgaben ( techn. Kontrollen usw. ) die KraftfahrzeugInspektion ( KI) eingesetzt. Beide Einheiten trugen weiße Lederkoppel mit weißer Pistolentasche und weißem Schulterriemen. Zusätzlich war der Rand der Mütze weiß.
Bei begangenen Straftaten wurde der zuständige Militärstaatsanwalt eingesetzt. Festnahmen usw. eerfolgten in der Regel durch Vorgesetzte der eigenen Einheit.

dieter
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D-30
Geschrieben am: Sonntag, 11.Juli 2004, 09:19 Uhr
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Stabsfähnrich
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meiner Erinnerung nach gab es eine "MP" in dem Sinne nicht, es gab aber sehr wohl Einheiten, die ähnlicheAufgaben wahrnahmen. diese nannten sich "Kommandantendienst" ,abgekürzt KD und waren den Stäben der Divisionen (?) unterstellt. Den meisten sind sie auf Bahnhöfen, besonders in der Berliner Ecke über den Weg gelaufen. Desweiteren gab es in den größeren Garnisonsstädten aus den Regimenten zeitweilig zum KD im Rahmen eines (Teil-?) Tagesdienstes eingeteilte Einheiten. Diese unterstanden dann den Standortältesten(-kommandanten?), Kennzeichen waren dann weisses Koppelzeug und Armbinde mit Aufschrift KD .- Bei den "Hauptamtlichen" waren dann auch die Schirmmützen weiss gekennzeichnet.

Deren Aufgabe war dann in etwa analog den Feldjägern bzw. MP zur Aufrechterhaltung der Ordnung außer- halb der Kasernen. Am meisten waren sie wohl damit beschäftigt, "Getränkeunfälle ohmy.gif " im Ausgang einzusammeln. Bei größeren Übungen/Manövern ( ich habe sie nur bei "Waffenbrüderschaft 80" und 1981 bei einer höher angebundenen Übung bzw. Überprüfung der Gefechtsbereitschaft im Raum Brück/Lehnin) bei Regulierungs- und Sicherungsaufgaben erlebt.

Bei Straftaten im NVA-Bereich bzw durch NVA-Angehörige waren die Militärstaatsanwälte zuständig


--------------------
NVA 1974-1990 Artillerie
"...Aber der Staat redet in allen Zungen des Guten und Bösen: Und was er auch redet,er lügt- und was er auch hat, gestohlen hat er es.." Friedrich Nietzsche (1844-1900)
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Veith
Geschrieben am: Sonntag, 11.Juli 2004, 10:52 Uhr
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Hauptmann
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Ich meine, daß die Aufgaben, die typischerweise von der Kilitärpolizei wahrgenommen werden, zwischen verscheidenen Einrichtungen aufgeteilt bzw. mitwahrgenommen worden.

Dazu gehörten der erwähnte KD, das MfS, aber auch die strukturmäßigen Einheiten selbst.


In der westdeutschen "Enzyklopädie der DDR" heißt es:

#Eine besondere Aufgabe erfüllt der Kommandantendienst der NVA. Er arbeitet die Grundsätze des Verhaltens im Dienst aus, bearbeitet und untersucht strafbare Handlungen und besondere Vorkommnisse entsprechend der Melde- und Untersuchungsordnung und achtet auf die Einhaltung der Bestimmungen über Wachsamkeit, Geheimnisschutz sowie den Umgang mit Verschlußsachen.

Er verrichtet militärische Ordnungs- und Verkehrsdienste (Verkehrsreglereinheiten), kontrolliert das Verhalten der Soldaten der NVA in der Öffentlichkeit, bei Truppenübungen und Manövern, überprüft deren Dokumente (Wehrdienstausweis, Urlaubsschein), achtet auf das vorschriftsmäßige Tragen der Uniform, stellt die Disziplin und öffentliche
Ordnung bei Verstößen und Fehlverhalten von Angehörigen der NVA wieder her und kontrolliert Militär- und Zivilkraftfahrer der NVA, deren Fahrzeuge
sowie deren Verhalten im Verkehr.#

[DDR-Handbuch: Nationale Volksarmee (NVA), S. 15. Digitale Bibliothek Band 32: Enzyklopädie der DDR, S. 4640 (vgl. DDR-HB, S. 934-935) © Bundesministerium des Innern]


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# NVA # Berufsoffizier # LSK/LV # 1981 - 1990 #
Veith | Webmaster DDR-LUFTWAFFE.de
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tentoxa
Geschrieben am: Sonntag, 11.Juli 2004, 20:44 Uhr
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Blackhusar,

also ich wurde damals auch schon mal von der Militärstreife hop genommen und habe bei diversen Ausgängen dir Militärstreife erlebt. Aber von den von dir erwähnten Koppelschläge oder Schläge mit dem Kolben einer MPi habe ich nie etwas erlebt. Dieses wäre für den entsprechenden Angehörigen der Militärstreife böse ausgegangen. Es gab damals schließlich auch die Möglichkeit Eingaben zu schreiben und ich hatte damit öfters zu tun aber davon habe ich nie etwas gehört. Bei den Russen war soetwas vielleicht möglich.
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Volker
Geschrieben am: Sonntag, 11.Juli 2004, 21:00 Uhr
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Hier noch der Text aus dem "Militärlexikon" aus dem Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik (2. Auflage 1973)
______________________________________
Kommandantendienst: Dienst, der die
rechtzeitige und gedeckte Verlegung, Konzen-
trierung, Entfaltung und Unterbringung der
Truppen sowie die Aufrechterhaltung von
Ordnung und Tarnung im Verantwortungs-
bereich zu gewährleisten hat (-> Dienste).
Eine seiner wichtigsten Tätigkeiten ist die ->
Marschregulierung
.
Der Kommandantendienst wird auf den
Marschstraßen, in den Unterbringungsräumen
(auch der Einheiten, Truppenteile und Ein-
richtungen der rückwärtigen Dienste) und auf
dem Gefechtsfeld organisiert.
Zum Kommandantendienst werden Truppen-
teile und Einheiten eingesetzt. An Übersetz-
stellen, Gebirgspässen, schwer passierbaren
Straßenabschnitten und Gassen durch Sper-
ren nehmen Pioniereinheiten an der Aus-
übung des Kommandantendienstes teil.
_____________________________________


Volker
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Blackhusar
Geschrieben am: Sonntag, 11.Juli 2004, 22:06 Uhr
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Stabsfeldwebel
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Hallo Tentoxa,

meist ging es ja auch relativ zivilisiert ab. I.d.R. befolgten die Urlauber/Ausgänger die Befehle der Streifen und vermieden jeden Ärger. Und ein ordentlicher Streifenführer versuchte die Befehle auch im ordentlichen Ton und möglichst ohne Eskalation durchzusetzen. Aber bei Massenkeilereien von arg gefrusteten und stark alkoholisierten AA -> soetwas gab es auch -> oder bei extrem renitenten Zeitgenossen, wurde zur Not auch mal richtig zugelangt. Und da war der Einsatz der MPi als Schlagwaffe immer noch besser und auch verhältnismäßiger als der Einsatz als Schußwaffe. Wobei einer unserer Lehr-Offz. an der OHS -> ein genialer Choleriker ->(lange vor meiner Zeit) in "Georgograd" bei einer wüsten Keilerei von Oschis und Zivilunken mal in die Decke der "Nahkampfdiele" geschossen hat. Da war Augenblicklich Ruhe und alle Schlagartig nüchtern. Die Story hielt sich bis in unsere Zeit. Wobei soetwas sicher absolute Ausnahmen waren.
Das mit den Koppeln/Koppelschlössern kam bei harten Keilereien gar nicht mal so selten vor.
Zumindest einige der ständigen Streifen des KD waren ziemlich hart im Austeilen und "Profis". Und wenn ich mal das Pech hatte Standortstreife machen zu müssen, nahm ich auch lieber meine "Garde-Mucker" mit und nicht gerade die "kleinen Lieben". War wohl meist recht komischer Anblick. Kleiner aggressiver Giftzwerg flankiert von 1,90 Hühnen. Wobei ich, wenn es drauf ankam, vor niemanden gekniffen hab. Die Bezeichnung "Nahkampfzwerg/Kampfzwerg" zusätzlich zu meinem Spitznamen hab ich mir redlich "erkämpft". Daß ich mal einen zwei Köpfe größeren und ziemlich stabilen aggressiven Trunkenbold, welcher der Meinung war er müsse dem "Zwerg" eine "Reinhauen", durch eine geschlossene Tür gewuchtet und schneller in die Zelle expediert habe als er sich sammeln konnte, war Regimentsgespräch. Wobei ich allerdings für einen bestimmten Frust und eine gewisse Aggressivität von Betrunkenen Landsern oder Uffz. sogar Verständnis hatte und i.d.R. bemüht war Probleme friedlich zu lösen. Diese Fairneß haben mir meine Jungs übrigens immer hoch angerechnet. Leider gelang dies nicht immer. Und dies lag nicht nur an mir ! Mit gefrusteten betrunkenen aggressiven MotS, welche evtl. 14 Wochen nicht zu Hause waren, war absolut nicht zu Spaßen ! Jeder Versuch die MDO durchzusetzen bzw. die Jungs aus der Kneipe/Tanzschuppen rauszuholen (wir wurden ja auch häufig von den Discos bzw. der Polizei angerufen wenn es Ärger gab) endete bei einigen "Irren" grundsätzlich in einer Keilerei. Die machten da im Suff auch vor einem Dienstgrad nicht halt ! Schwedt hin oder her.
Wie gesagt ich hab ungern Streifendienst gemacht, aber Befehl und Diensteinteilung waren nun mal "heilig".
Und Befehl ist Befehl !

Gruß Blacky

P.S. Mit den Russen hast Du allerdings Recht -> was bei uns die Ausnahme war, war bei denen Methode !
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Marco_M
Geschrieben am: Sonntag, 11.Juli 2004, 23:05 Uhr
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@Blacky
Volle Zustimmung!
Dein letzter Beitrag ist einfach köstlich!

Gruß
Marco


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An allem kann man sich gewöhnen, bloß am Dativ nicht…
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Robert-GKS
Geschrieben am: Montag, 12.Juli 2004, 00:35 Uhr
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Hallo Blacky !

Hast Du schon gut beschrieben ... den KD und auch die Unterscheidung zur Standortstreife !
So war die Realität .... wobei auch der Beitrag ( Definition ) von Volker stimmt .
-
Meine Kp - Du erwähntest ja meine Zeit dabei - hatte im wesentlichen eine Dreiteilung zwischen Standort - Dienst ( also das was man als Bahnhof,s / Zug - Streifen , Stadtstreifen in größeren Städten bzw. ausgedehnten Bereichen mit vielen Dienststellen oder Kasernen ( unabhängig von der Unterstellung oder Waffengattung ) oder auch rund um Berlin kannte und die Absicherung be iGroßverranstaltungen oder an Feiertagen usw. kannte .
Dabei unterstand der KD dem Standort - Ältesten in der Regel des zuständigen WBK . ( bzw . dem OpD - als dessen Erfüllungsorgan . in dieser Zeit wahren die AA - ähnlich der Vergatterung bei Wachdiensten/Tagesdiensten , wies jeder auch kennt aus dem normnalen Dienstbetrieb und Unterstellungsverhältnis herausgelöst )
-
Regulierungs/ Begleitungs/Sicherungsaufgaben insbesondere bei Straßentransporten von Kettentechnick oder geheimer Technick - bzw das " Dichtmachen " des öffentlichen Straßenverkehrs in Städten oder von Autobahnauffahrten u.Ä. bei größeren Truppen - Verlegungen im Zuge von Manövern / KSÜ usw .
Das war in der Regel eine ganz normale , planmäßige Geschichte - abgestimmt mit der VP und den in der Regel Offizieren innerer Dienst der beteiligten TT oder Verbände . Dabei war dann oft abgestimmt , daß zum Beispiel die TT sich selber in der begleitenden Sicherung durch ihre eigenen Regulierer schützen , der KD jedoch an wichtigen Punkten ( in Städten an größeren Kreuzungen , an Einmündungen in übergeordnete Straßen oder auch an Abfahrten / Auffahrten von der Straße ins oder aus dem Gelände ( vor allem bei Märschen von Kettentechnick ) standen .
Es gab dann meist Pläne der Durchfahrten der verschiedenen TT welche oftmals in Zeitabständen durch die selben wenigen Straßen geschleust werden mußten .
-
Und drittens die eigene Ausbildung / Weiterbildung . Des eigenen Personalsbestandes .
Der dritte Teil fungierte mit dem zweiten Teil immer als Alarm - Züge , die nach festgelegten Zyklogrammen bei Auslösung einer höheren Stufe der GB - die TT der NVA / GT ( zu unserem Verdruß ließ uns der " große Bruder " nur wenig in seine Karten gucken ) das Heraus / Durchschleusen in ihre Konzentrierungsräume / Wechselkonzentrierungsräume oder geheimen Räume sichern sollten .
Bei zeitgleichem Ausreiten unserer russichen Kollegen , klappte das jedoch zumeist nicht - zum Nachteil der eigenen Truppe .

Soweit alles entsprechend der Vorschrift und auch entsprechend Volkers zitierter Definition .

Nicht erwähnt wird dort , und dahin zielt offenbar der Fragesteller , daß der KD auch bei besonderen Vorkomnissen ( Unfälle / Havarien ) eingesetzt wurde , die Räume / Unfallstellen / Tatorte zu sichern , entsprechend der Aufgabenstellung des Militärstaatsanwaltes vom Dienst .
Auch kam er zum Einsatz bei Suchaktionen / Fahndungsmaßnahmen .
Wobei es dort eine Teilung gab zwichen dem Heimat - TT des Abgängigen ( dieses war für die Erstmaßnahmen zuständig und sollte in aller Regel auch durch zusätzliche Streifen am Standort oder im Wohnort die Ergreifung bewerkstelligen )
dem KD ( als Erfüllungsorgan des Militärstaatsanwaltes )
und - in manchen Fällen - entweder der VP ( als in Amtshilfe auf Anforderung tätig werdendes Organ )
oder dem MfS , welches einen Fall an sich ziehen konnte .

Auch nicht erwähnt wird , daß der KD - undzwar nur auf Anforderung von Berechtigter Stelle und nur im Rahmen einer abgestimmten Acktion , also mit konkretem detailliertem Befehl bei Such / Fahndungsacktionen größerer Dringlichkeit gegen Russen eingesetzt wurde . ( in meinem Bericht " die Suche " im Falli - Forum hab ich mal so eine Acktion geschildert )
Das traf jedoch meist nur bei flüchtigen zu , die entweder bewaffnet wahren und als gefährlich eingestuft wurden , oder bei flüchtigen Gruppen .... insbesondere wenn es sich um kampferfahrene Leute handelte .

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Im Gegensatz zur Bundeswehr ( soweit mir die Aufgabenstellung der Feldjäger bekannt ist ...... ) war es jedoch nicht Aufgabe des KD , säumige Einberufene zum Dienst zu holen , ( das wurde per Amtshilfe durch die VP übernommen )

Auch nicht ,innerhalb der Objekte den sogenannten " ersten Angriff " bei Straftaten zu leisten ( dafür war der Offizier innerer Dienst , in Abstimmung mit dem zust. Militärstaatsanwalt und - jedenfalls bei bestimmten Delikten - dem zust. VO des MfS da )

Meine Leute wahren zwar im Zusammenwirken mit der Militär - Staatsanwaltschaft und der VP über ihre Rechte und Pflichten , geschult , in Fragen der Angemessenheit der Mittel und Fragen der Notwehr oder der Handlungen bei " Gefahr im Verzuge " -
bis hin zur Anwendung der Schußwaffe belehrt und ausgebildet .
Kannten neben anderem , wie man einen Unfall aufnimmt und daß man einen potentiellen Tatort / Fundort usw. möglichst nicht verändert - aber kriminalpolizeiliche bzw. ähnliche Kenntnisse wahren nicht Ziel dessen .

Soweit vielleicht erstmal ..... als Ergänzung , vor allem zu Blackys recht plastischer Beschreibung






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Robert-GKS
Geschrieben am: Montag, 12.Juli 2004, 01:01 Uhr
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Mir ist noch ne Ergänzung eingefallen .......

Im MOB - Falle währen neben der 17 . 19 . und 20 MSD auch noch in jeder bestehenden MSD / PD der NVA und in jedem GK der GT zusätzlich ein Straßen - Kommandanten -Dienst - Bat.
und für die 1. GPz- Armee , 2. GPz-Armee , 3. Stoß-Armee , 8. G-Armee der russ. Brüder je ein Straßen Kommandanten - Dienst - Reg . aufgestellt worden

Weitehin - im Gegensatz zu den US - MP , betrieb unser KD keine eigene Militär -Arest / Strafanstalt .
Es gab ( ebenfalls dem Standort - Ältesten unterstehend ) Standort - Arestanstalten und die Disziplinar - Einheit 2 , besser als Schwedt bekannt .....

Große Freude bereite immer , Jungs vom WR F.S. hoch zu ziehen ....... jedoch wurden die meistens , kaum in der Arestanstalt der Stadtkommandantur angekommen , von ihrer Firma wieder abgeholt
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kuno
Geschrieben am: Montag, 12.Juli 2004, 06:56 Uhr
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Leutnant
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Hi Männers,

ich bin in den jüngeren Jahren auch öfters mal Streife auf der schönen Insel gelaufen.
Mir hat das immer großen Spaß gemacht. Wir hatten dafür einen Lkw-W-50 zur Verfügung.
Ausgerüstet waren alle Streifenangehörigen mit der Pistole (persönliche Bewaffnung bei den FJ) aber die brauchten wir nie.
Zur Streife gehörte der Streifenführer, meist ein Leutnant, ein Unteroffizier und zwei Soldaten (meist Stabsgefreite).

Zu all den schon beschriebenen Aufgaben, gab es zwischen uns jungen Leutnants so einen kleinen, internen
Wettkampf.

"Wer bringt das schönste Maßband mit !"

Dazu nutzte ich immer die Bahn zwischen Binz und Prora.
Mit meinen Mannen stieg ich in den letzten Wagon ein und wartete bis der Zug los fuhr. Den Lkw schickte ich vorraus nach Prora. Dann durchkämmten wir den Zug. Und die knapp 15 Minuten reichten gar nicht aus um den Zug vollständig zu kontrollieren. So machten wir kein langes Gelaber. Jeder "Delinquent" gab uns seinene WDA und wurde aufgefordert, in Prora auszusteigen und dort auf dem Bahnsteig auf die Rückgabe seinen Ausweises zu warten. Besonders nahmen wir uns natürlich die lieben "Genossen" vor, die einen Knick in ihren Schulterstücken hatten aber auch jeden der uns irgendwie nicht so sehr gefiel.
Auf dem Bahnhof angekommen, mußten dann die Männer ihre Taschen auslehren und da fand man die tollsten Maßbänder. Handgranaten, Särge und solchen Müll, zerlatschten wir bloß noch und zerschnitten die Bänder. Aber Motorräder, Panzer, Revolver und andere ausgefallene Ideen für das Maßband, kamen in einen Beutel und galten als Trophäe. Ihr könnt Euch sicherlich vorstellen, wie die Landser gepeßtet haben, daß wir ihnen, ihre kleinen "Kunstwerke" so einfach abnahmen.

Naja, die Zeit ist vorbei und ich möchte mich hiermit bei allen Landsern, denen ich jemals Unrecht tat, in dem ich ihnen die tollen Werke abnahm, entschuldigen.

Gruß Jörg


--------------------
NVA; BO; springende Infanterie; 1974 - 1990


Die Grenzen des Möglichen lassen sich nur dadurch bestimmen, dass man sich ein wenig über sie hinaus, ins Unmögliche, wagt.
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dimaggi
Geschrieben am: Montag, 12.Juli 2004, 07:51 Uhr
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eine schöne Episode kenne ich noch von der Zeit Anfang der 70-er Jahre.
Vom GS-33 ( Cölpin bei Neubrandenburg ) wurde am Samstagnachmittag eine Standortstreife eingesetzt. Als fahrbaren Untersatz gab es bei uns nur KRAZ, also ging es los. Nach ca. 2 Std. waren die Männer wieder zurück. Aber mit dem Bus. Eine Streife der KI hatte den KRAZ stillgelegt, wegen zuvieler techn. Mängel. Das Gelächter in der Dienststelle war groß.

dieter
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ulrich
Geschrieben am: Montag, 12.Juli 2004, 12:10 Uhr
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ohmy.gif KD war immer umreihig durch die Kp.n des Regiments ,nach meiner Erinnerung!!! Waren aber letzten Endes trotzdem immmer dieselben Gesichter!!! laugh.gif laugh.gif
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Dzierzynski
Geschrieben am: Montag, 12.Juli 2004, 14:07 Uhr
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Unterfeldwebel
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@ Robert-GKS , warum hat es Spass gemacht die Jungs vom WR F D hochzuziehen ? Ich denke die meintest Du mit WR FS .
Zu meiner Zeit 4.87-9.89 gab es nur noch Zivilausgang und Urlaub , ausser in den ersten drei Monaten der Grundausbildung . Dies wurde gemacht weil in Berlin die Grenzer ,die Jungs vom WR F.E. und wir uns im Ausgang immer nicht gerade freundlich gegenüberstanden . Ausserdem wollte man versuchen den Ausländischen MI somit weniger Angriffsmöglichkeiten gegen Angehörige des WR F.D. zu geben .
Gesehen hat man trotzdem wo wir hingehörten , wenn meistens 3-10 Leute zusammen im Ausgang waren , kurzer militärischher Haarschnitt und ordentliche Kleidung .
Auf jeden Fall konnten Zivilisten nur von VP kontrolliert werden .
Im Zug von Suhl nach Berlin holte ein Kommandeur einer Streife extra den Schaffner um uns zu kontrollieren . Als er die Militärfahrkarten sah , war er hocherfreuet Urlauber in unerlaubten Zivil erwischt zu haben .
Dann las er aber den Hinweiss ZIVILERLAUBNISS , und hat erstmal ziemlich abgebröckelt .
Hätte er gefragt , wir hätten ihm auch so unsere Dokumente gezeigt .


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der schoß ist fruchtbar noch , aus dem das kroch ( b.b.)
faschismus ist keine meinung sondern ein verbrechen (b.b.)

ZB OHS GT Waffentechnischer Dienst 1986-87 / 1989-1990
UaZ WR MfS 2.SB 5.SK 1/2 K1 1987-89
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