Startseite Forum WikiNVA Chat Strukturen Fotos Dokumente Zeitleisten Herunterladen


Seiten: (6) « Erste ... 2 3 [4] 5 6  ( Zum ersten neuen Beitrag ) Reply to this topicStart new topicStart Poll

> Falklandkrieg 1982, Militärische Erkenntnisse und Reaktionen
2M3
Geschrieben am: Donnerstag, 22.März 2012, 20:03 Uhr
Quote Post


Unterleutnant
*

Gruppe: Nutzer
Beiträge: 1067
Mitgliedsnummer.: 32612
Mitglied seit: 25.3.2011



QUOTE (Marodeur2 @ Sonntag, 18.März 2012, 20:31 Uhr)
Apropos, wie man hier sieht english WiKi sind die AM-39 und MM-38 beides Exocet Systeme , wobei es immer noch ein heftigen Streit gibt ob die ARA Belegrano ncht doch auch MM-38 and Bord hatte und somit sehr viel gefaeehrlicher war als angenommen.

Laut Weyers hatte die Belgrano seit 1967 zwei SeaCat-Vierlingsstarter für die Nahbereichsluftabwehr von 500 bis 5000 Meter installiert.

Aus einem Bild der Belgrano habe ich folgenden Ausschnitt vergrößert und meine einen Startcontainer für MM-38 zu erkennen.

2M3

edit RF

Bearbeitet von 2M3 am Donnerstag, 22.März 2012, 20:09 Uhr

Angefügtes Bild
Benutzer eigenes Bild


--------------------
Flottenschule 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung

<<< Nur wer gehen darf, kann freiwillig bleiben >>>

http://www.zumklabautermann.de
PMEmail PosterUsers Website
Top
2M3
Geschrieben am: Freitag, 23.März 2012, 20:50 Uhr
Quote Post


Unterleutnant
*

Gruppe: Nutzer
Beiträge: 1067
Mitgliedsnummer.: 32612
Mitglied seit: 25.3.2011



QUOTE (Marodeur2 @ Sonntag, 18.März 2012, 20:31 Uhr)
Richtig erstaunlich auch das eine Reihe britischer Schiff ebenfalls das MM-38 fuehrten.

Und nicht nur einige.

Jeweils vier MM-38 hatten 4 der 8 Zerstörer der County-Klasse, die ersten 10 von 14 Fregatten der Broadsword-Klasse, sowie 13 von 26 Leander-Fregatten. Die verbliebenen 6 Fregatten der Amazon-Klasse, 2 wurden bei den Falklands versenkt, erhielten ebenfalls Exocets.

Bei den Broadsword und Leander wurden die MM-38 auf Kosten des einzigen 114mm Geschützes installiert. Ein Novum im internationalen Kriegsschiffbau. Damit standen diese Schiffe bei den Falklands nicht mehr für den Küstenbeschuss zur Verfügung und konnten nur noch Sicherungsaufgaben übernehmen. Weitere 8 Leander hatten übrigens an Stelle der Exocet einen Starter für Ikara-Raketentorpedos und ebenfalls nur zwei 40mm Bofors Einzellafetten als Artillerie.

Eine Lehre war daraufhin, dass die nachfolgenden Schiffsneubauten (u.a. 4 weiter Broadsword Batch III und 16 Duke-Klasse) neben den Seeziel-Raketen wieder mindestens ein 114mm Geschütz bekamen. Außerdem wurden diese statt mit der Exocet mit Harpoon ausgestattet, was eine Reichweitensteigerung von 40 auf 120 km bedeutete.

Gruss 2M3


--------------------
Flottenschule 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung

<<< Nur wer gehen darf, kann freiwillig bleiben >>>

http://www.zumklabautermann.de
PMEmail PosterUsers Website
Top
2M3
Geschrieben am: Sonntag, 25.März 2012, 19:59 Uhr
Quote Post


Unterleutnant
*

Gruppe: Nutzer
Beiträge: 1067
Mitgliedsnummer.: 32612
Mitglied seit: 25.3.2011



Guter Beitrag bei Youtube über die Versenkung des Lenkwaffenzerstörers Sheffield durch eine AM-39 Exocet. Die hatten doch direkt ihr Radar abgeschaltet um mit London besser snacken zu können. Das Schiff wurde von zwei Super Entendard angegriffen. Eine Rakete traf die Sheffield steuerbord mittschiffs über der Wasserlinie, die andere wurde durch die Düppelwerfer der UAW-Fregatte Yarmouth abgelenkt (möglicherweise fiel sie wegen Treibstoffmangels in die See). Der Gefechtskopf der Rakete explodierte nicht. Obwohl bei einer Abschussentfernung von 25 sm, ca. 46km nur noch wenig Treibstoff vorhanden war, reichte das aus, um den Zerstörer in Brand zu setzten und letztendlich zu versenken.

--> Youtube

2M3


--------------------
Flottenschule 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung

<<< Nur wer gehen darf, kann freiwillig bleiben >>>

http://www.zumklabautermann.de
PMEmail PosterUsers Website
Top
2M3
Geschrieben am: Sonntag, 25.März 2012, 20:17 Uhr
Quote Post


Unterleutnant
*

Gruppe: Nutzer
Beiträge: 1067
Mitgliedsnummer.: 32612
Mitglied seit: 25.3.2011



--> Die Lexion aus dem Falklandkrieg nicht gelernt?

Dieser Beitrag mit vielen Hintergrundinfos, Fotos und Youtube-Links zum Falklandkrieg hinterfragt kritisch die Reaktionen der britischen Militärführung nach dem Konflikt bis heute auch im Vergleich mit anderen Armeen/Flotten.

2M3


--------------------
Flottenschule 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung

<<< Nur wer gehen darf, kann freiwillig bleiben >>>

http://www.zumklabautermann.de
PMEmail PosterUsers Website
Top
Nachschlüssel
Geschrieben am: Montag, 26.März 2012, 17:24 Uhr
Quote Post


Fähnrich
*

Gruppe: Nutzer
Beiträge: 533
Mitgliedsnummer.: 23258
Mitglied seit: 19.10.2010



Ich hatte vor etwa 20 Jahren bei einer Festungstagung in Dresden das Glück, beim gemütlichen Teil einige Stunden mit einem britischen Militärhistoriker an einem Tisch zu sitzen. Der hatte unter anderem auch einen Film über das britische Sanitätswesen im Falklandkrieg gemacht. Seine Aussage war damals, dass kein verwundeter britischer Soldat, der beim Einsatz an Land in die Obhut jenes Sanitätswesens geriet, noch gestorben wäre. Das kann zum Teil Glück gewesen sein, lag neben der damals im Vergleich zu anderen Kriegen schon vorhandenen Möglichkeiten sicher auch an dem nicht so großen Umfang der Kampfhandlungen.

Nachschlüssel


--------------------
NVA, UaZ 11/75-10/78 US 2 (Objekt Züllsdorf), MSR-22 III.Na.-Zug, Reserve AE Seelingsstädt, NB-11, AR-7 Oltn.d.R.
PMEmail Poster
Top
2M3
Geschrieben am: Montag, 26.März 2012, 19:40 Uhr
Quote Post


Unterleutnant
*

Gruppe: Nutzer
Beiträge: 1067
Mitgliedsnummer.: 32612
Mitglied seit: 25.3.2011



QUOTE (Nachschlüssel @ Montag, 26.März 2012, 17:24 Uhr)
Ich hatte vor etwa 20 Jahren bei einer Festungstagung in Dresden das Glück, beim gemütlichen Teil einige Stunden mit einem britischen Militärhistoriker an einem Tisch zu sitzen. Der hatte unter anderem auch einen Film über das britische Sanitätswesen im Falklandkrieg gemacht. Seine Aussage war damals, dass kein verwundeter britischer Soldat, der beim Einsatz an Land in die Obhut jenes Sanitätswesens geriet, noch gestorben wäre. Das kann zum Teil Glück gewesen sein, lag neben der damals im Vergleich zu anderen Kriegen schon vorhandenen Möglichkeiten sicher auch an dem nicht so großen Umfang der Kampfhandlungen.

Nachschlüssel

Teil 4
der BBC-Reportage beschäftigt sich unter anderem mit dem Sanitätswesen während des Konfliktes. Außerdem wird die Behandlung der argentinischen Kriegsgefangenen geschildert. Diese wurden nach Beendigung der Kämpfe über Uruguay in die Heimat zurück transportiert.

Teil 5
der BBC-Reportage zeigt neben dem Einsatz der Pioniere beim Brückenbau die Erstbehandlung der Verletzten, die nach der Bombardierung des Landungsschiffes Sir Galahad gerettet wurden. Das sieht sehr professionell aus, finde ich. Die Leute hatten Glück im Unglück, das an dieser Stelle kurz vorher ein Feldlazerett entladen wurde. Ich glaube nicht, das ein einfacher Soldat einen Tropf anlegen konnte, habe selber sowas auch nie in der Saniausbildung gelernt oder geübt. Vielleicht war es in der NVA bei den höheren Rängen anders. Wurde denn sowas bei der Ausbildung von Truppenoffizieren gelehrt?

Durch die Explosionen und die sich rasch ausbreitenden Flammen starben auf der Sir Galahad 47 Männer (davon alleine 39 Mann der Welsh Guards) und zwei weitere Männer wurden auf der Sir Tristram getötet. Bei dem Angriff wurden noch weitere 115 Männer verletzt (75 davon nur leicht).[7] Dies war der größte Einzelverlust der britischen Streitkräfte während des Falklandkrieges.

2M3


--------------------
Flottenschule 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung

<<< Nur wer gehen darf, kann freiwillig bleiben >>>

http://www.zumklabautermann.de
PMEmail PosterUsers Website
Top
Nachschlüssel
Geschrieben am: Dienstag, 27.März 2012, 11:49 Uhr
Quote Post


Fähnrich
*

Gruppe: Nutzer
Beiträge: 533
Mitgliedsnummer.: 23258
Mitglied seit: 19.10.2010



Danke @2M3,

das werde ich mir in Ruhe ansehen. Der Kommentar ist ja in schönem britischem Englisch und daher verständlich.

Nachschlüssel


--------------------
NVA, UaZ 11/75-10/78 US 2 (Objekt Züllsdorf), MSR-22 III.Na.-Zug, Reserve AE Seelingsstädt, NB-11, AR-7 Oltn.d.R.
PMEmail Poster
Top
ods
Geschrieben am: Dienstag, 27.März 2012, 13:10 Uhr
Quote Post


Hauptmann
*

Gruppe: Moderatoren
Beiträge: 1772
Mitgliedsnummer.: 7024
Mitglied seit: 27.10.2008



QUOTE (2M3 @ Montag, 26.März 2012, 19:40 Uhr)
Ich glaube nicht, das ein einfacher Soldat einen Tropf anlegen konnte, habe selber sowas auch nie in der Saniausbildung gelernt oder geübt. Vielleicht war es in der NVA bei den höheren Rängen anders. Wurde denn sowas bei der Ausbildung von Truppenoffizieren gelehrt?


Inwieweit das allgemein in der Ausbildung der Offiziere gelehrt wurde, weiß ich nicht. An der OHS VM erwarben die seemännischen OS Ende des 4. Lehrjahres die Spritzenberechtigung (Ing.Laufbahn kann ich mich nicht erinnern). Das Ganze erfolgte im Rahmen etlicher Ausbildungsstunden der Sanitätsausbildung. Den Abschluß bildeten dann mehrere praktische Übungen. Zuerst spritzte man sich selbst IV und dann den Übungspartner IV und IM. Wenn ich mich nicht irre, war das eine etwas "blutige" Angelegenheit, alle überlebten aber. Insofern sollte also das Legen eines Tropfes unter evtl. funkmedizinischer Beratung möglich gewesen sein.

Praktisch anwenden mußte ich die Spritzenberechtigung nur einmal. Nach einem Unfall an Bord ein schmerzstillendes Mittel injizieren und dann Wunde und Wundränder säubern und mit 3 Stichen nähen. Sah nicht sehr schön aus aber zumindest die Naht hielt bis zum Einlaufen in Warnemünde. wink.gif

ods


--------------------
1979-1990 BO Volksmarine, 1990-1993 Deutsche Marine
PMEmail Poster
Top
ADK-125/2
Geschrieben am: Dienstag, 27.März 2012, 14:22 Uhr
Quote Post


Unterleutnant
*

Gruppe: Nutzer
Beiträge: 1098
Mitgliedsnummer.: 34640
Mitglied seit: 14.6.2011



wenn man weiß, wie es geht ist das schon mal viel wert!
und das Üben unter "normalen" Bedingungen ist auch eher vom Fun-Faktor geprägt, man hat wohl etwas Angst daneben zu stechen bzw. das der Übende daneben sticht

das ganze unter realen Kampfbedingungen (Beschuß, Kalt/heiß,kolabierter Patient) ist wohl etwas schwieriger
IM ist kein Problem, aber IV ne Flexüle zu legen, das ist schon Arbeit

immer noch gur vor Ort: Schmerz- und Blutstillung und dann Platz für die Profis

Gruß ADK


--------------------
NVA: UaZ , Bundeswehr: San.Offz.d.R.
SI VIS PACEM PARA BELLUM
Dem Kaptalismus wohnt ein Laster inne: Die Verteilung der Güter. Dem Sozialismus hingegen wohnt eine Tugend inne:Die gleichmäßige Verteilung des Elends. W.Churchill
PMEmail Poster
Top
ods
Geschrieben am: Dienstag, 27.März 2012, 16:39 Uhr
Quote Post


Hauptmann
*

Gruppe: Moderatoren
Beiträge: 1772
Mitgliedsnummer.: 7024
Mitglied seit: 27.10.2008



QUOTE (ADK-125/2 @ Dienstag, 27.März 2012, 14:22 Uhr)
mmer noch gur vor Ort: Schmerz- und Blutstillung und dann Platz für die Profis

Gruß ADK

Sehe ich genauso. Zu mehr war unsere "Schnellbesohlung" sicher auch nicht gedacht. Aber besser wenig Übung als völlig ahnungslos.

Wenn ich mich recht erinnere, hatten wir bei den Übungen mehr Schiß bei IM - nämlich das jemand versehentlich den verlängerten Rücken nicht richtig trifft und statt dessen einen Volltreffer im Ischiasnerv landet.

ods


--------------------
1979-1990 BO Volksmarine, 1990-1993 Deutsche Marine
PMEmail Poster
Top
2M3
Geschrieben am: Dienstag, 27.März 2012, 19:36 Uhr
Quote Post


Unterleutnant
*

Gruppe: Nutzer
Beiträge: 1067
Mitgliedsnummer.: 32612
Mitglied seit: 25.3.2011



QUOTE (2M3 @ Mittwoch, 14.März 2012, 17:23 Uhr)
QUOTE (xde100 @ Dienstag, 13.März 2012, 09:39 Uhr)
OT:

Übrigens versuchte schon 1986 der damalige Militärverlag sich an einem Abriss und Resümee des Falklandkrieges:

http://www.amazon.de/Der-Krieg-S%C3%BCdatl...31627866&sr=1-1

Das Buch kann auch bei mir zu Hause im Bücherregal bewundert werden  tongue.gif

xde100

Habe das Buch bei Amazon für 1,98 + 3,00 EUR Versand bestellt und bin gespannt. Danke für den Tip.

2M3

Habe das Buch jetzt durch und muss sagen, alle Achtung. Wenn man mal das seinerzeit obligatorische politische Gedöns weglässt, durchaus lesenswert und informativ. Genaue Gegenüberstellung der beiden Streitkräfte und Schilderungen der einzelnen Handlungen und Gefechte. Stimmt auch vieles mit dem überein, was man heute im www lesen kann. Werde demnächst einige neue Erkenntnisse hier reinstellen.

2M3


--------------------
Flottenschule 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung

<<< Nur wer gehen darf, kann freiwillig bleiben >>>

http://www.zumklabautermann.de
PMEmail PosterUsers Website
Top
2M3
Geschrieben am: Donnerstag, 29.März 2012, 19:24 Uhr
Quote Post


Unterleutnant
*

Gruppe: Nutzer
Beiträge: 1067
Mitgliedsnummer.: 32612
Mitglied seit: 25.3.2011



Ein Beitrag zum Thema kleine ursache - GROSSE WIRKUNG oder wie durch vertauschen zweier Drähte ein Krieg verloren werden kann!

Auch Argentinien setzte im Falklandkrieg U-Boote ein, jedoch ohne Erfolg. Von den vier Booten der Flotte waren zwei, die Santiago del Estero (ex-USS Chivo) und die Salta, mit Maschinenschäden außer Gefecht. Das dritte Boot, die nun als Santa Fé bekannte ehemalige USS Catfish, wurde am 25. April von Hubschraubern aus mit Panzerabwehrwaffen beschossen und so schwer beschädigt, dass sie auf den Strand von Südgeorgien gesetzt werden musste (Bild des Wracks). Die San Luis dagegen, ein Boot der in Deutschland gebauten Klasse Klasse 209, war bis zum 17.05.1982 über im Einsatz, ohne von britischen Einheiten entdeckt zu werden. Mehrmals waren Torpedo-Angriffe gegen britische Fregatten und Zerstörer und sogar gegen den Flugzeugträger "Invincible" erfolglos, da die Torpedo-Feuerleitanlage nicht funktionierte.

QUOTE
...Das unter argentinischer Flagge operierende U-Boot „San Luis“ (Typ 209/1200) feuerte während des Falklandkriegs aus nur 7000 Metern Entfernung acht Torpedos, darunter vier deutsche drahtgelenkte Geschosse des Typs SST-4, auf den britischen Flugzeugträger „Invincible“ und seine Begleitschiffe ab. Trotz günstiger Verhältnisse traf kein einziger Torpedo. Wie sich herausstellte, hatten die unerfahrenen Techniker an Bord des U-Bootes nicht erkannt, dass zwei Drähte im Feuerleitsystem falsch angebracht worden waren. Nach dem Abschuss der Torpedos konnten ihre Laufbahnen daher nicht mehr korrigiert werden. Nach Ansicht des britischen Befehlshabers Admiral „Sandy“ Woodward hätte sein Verband nach dem Verlust eines seiner zwei Flugzeugträger sofort abziehen müssen. Die Argentinier dagegen kommentierten hinter vorgehaltener Hand die Fehlschüsse noch jahrelang mit den Worten: „Ein Mechaniker hat den Krieg um die Malvinen verloren!“ Immerhin hatte die „San Luis“ die Briten, die mehr als 100 U-Jagd-Torpedos ohne Ergebnis auf dieses Boot und andere angebliche U-Boot-Kontakte abgefeuert hatten, aber sechs Wochen lang in Angst und Schrecken versetzt....


--> Link

Eine interessante Studie über die U-Boot-Operationen während des Falklandkrieges
--> Submarine Operations during the Falklands War - Lt Cdr Steven R. Harper USN

Auszug:

QUOTE
AR.A  San Luis Operations.
2
The San Luis departed for patrol during the second week of April
and conducted  one  continuous  patrol during  the war.  She was to  patrol  north  of the  Falkland  Islands
and  attack British ships as her rules of engagement permitted.  She claims  a total of three  attacks,  two
of which  used the  German-made  SST-4 anti-surface  ship  torpedo  and  the  other  used  an Americanmade Mark 37  antisubmarine  torpedo.  The first approach,  on  1 May, was  on medium sized warships
with helicopters  as identified by sonar only.  These warships  were  the H.M.S. Brilliant and the  H.M.S.
Yarmouth.  The  attack was  unsuccessful  and  the  San Luis was  counterattacked  for  20  hours  with
depth charges  and at least one torpedo.
3
10The second  approach,  on  8 May,  was  against  a submarine.  Twelve  minutes  after firing  the
Mark 37 torpedo  an explosion was heard from the bearing of the target  The British report no losses of
submarines and thus the torpedo may have impacted  against the bottom.
The final  approach,  on  10 May,  also done without the periscope,  was on a pair of destroyers:
the  H.M.S.  Arrow  and  H.M.S.  Alacrty.  One  torpedo  was  fired  at  the  ships.  This  attack  was
unsuccessful,  but a small explosion was heard on the correct bearing  6 minutes after firing  the torpedo.
Later, when the Arrow was retrieving  her towed  countermeasure  *it was damaged - conclusive  proof
that British  electronic  countermeasures  had  outwitted the SST-4's  homing  device.'
4
An  attack  on the
second ship was not conducted since the distance had opened too quickly  and the ship was  now out of
range.
Problems with  the torpedoes  and  shipboard  torpedo systems contributed  to the three  misses.
The  fire  control  computer  on  San  Luis  was  out  of service  and  the  fire  control  solution  had  to  be
calculated  manually.  Additionally,  the wires  broke  on  all  the  weapons  shortly  after firing  which  took
away the  ability to steer the  weapon  after  the time  of fire.  These  problems  and  the opinion  that the
torpedoes  were fired  with the submarine  too deep, had  direct influence on the outcome  of each shot.
5
There  is also  evidence  that the  SST-4  torpedoes  were  not properly  prepared  in the  torpedo  room
before  loading  the  weapons  in the  torpedo  tubes.  This  error  did  not  allow  the  torpedoes  to  arm
themselves  after time  of fire.  If this is the case then all  shots with these weapons would only be  able to
damage a target with the kinetic force of the torpedo ramming the target  There would be no explosion,
just a strike  like that of a battering  ram.  The  reports of a torpedo bouncing  off the  hull  of a British ship
and the  damage,  but not total  destruction,  to Arrow's  countermeasure  sled  are  consistent with  this
thesis.  In both  cases, if the torpedo  had  exploded  the  damage would  have been  much  more severe;
the sled would  have  been  totally  destroyed  and  the ships sunk.  The small  explosions  heard  by the
Argentines may have just been the noise of the collision  between  the torpedoes and their targets.



Das argentinische U-Boot San Luis beschäftigte immerhin mehrere Wochen lang einen Flugzeugträger, elf Zerstörer und Fregatten, fünf Atom- und ein Diesel-U-Boot, sowie 25 Hubschrauber der Briten.

QUOTE
The mere existence and presence of San Luis was a severe nuisance to the task force:
San Luis was free to patrol and this caused the British task force to be on the defensive at all times. The British expended most of their ordnance on suspected contacts, most of which were false contacts caused by the ocean's many anomalies. The British ships present to counter the Argentine submarine threat were: one carrier, eleven destroyers, five nuclear-powered submarines, one diesel submarine, and over 25 helicopters. Even though no ships were sunk by the San Luis, this is an impressive amount of ships to be tied up by one diesel powered submarine. This is more impressive considering that she was not even hit by the British force.
—Lt Cdr Steven R Harper USN[1]
The threat posed by the San Luis forced the Royal Navy to suspend the rescue operations of two Sea King helicopters who ditched at sea on 12 May and 18 May 1982 respectively. Both aircraft were eventually scuttled by naval gunfire


--> Link

2M3


--------------------
Flottenschule 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung

<<< Nur wer gehen darf, kann freiwillig bleiben >>>

http://www.zumklabautermann.de
PMEmail PosterUsers Website
Top
2M3
Geschrieben am: Dienstag, 03.April 2012, 15:15 Uhr
Quote Post


Unterleutnant
*

Gruppe: Nutzer
Beiträge: 1067
Mitgliedsnummer.: 32612
Mitglied seit: 25.3.2011



Ein militärisches Abenteuer, das im Desaster endete

Vor dreissig Jahren versuchte die argentinische Militärjunta mit der Invasion der britischen Falklandinseln ihr Regime zu retten

Britische Fallschirmjäger bergen unter argentinischem Feuer einen Verwundeten (Falklandkrieg, 1. Juli 1982) (Bild: Keystone / Str)
In einem Überraschungscoup besetzte Argentinien vor dreissig Jahren die Falklandinseln. Der Krieg ging durch eine miserable Vorbereitung und Durchführung verloren. Vom einstigen argentinischen Einfluss ist auf den Inseln nichts mehr zu sehen.
Werner Marti, Stanley

Im Morgengrauen des 2. April 1982 landeten argentinische Truppen in einer überraschenden amphibischen Operation in Port Stanley, wie damals der Hauptort der Falklandinseln genannt wurde. Dem Angriff war keine Kriegserklärung vorausgegangen. Der britische Gouverneur Rex Hunt hatte zwar im letzten Moment eine Warnung erhalten, doch die wenigen bewaffneten Verteidiger auf der Insel, gut hundert Soldaten und lokale Milizionäre, hatten gegen die Übermacht keine Chance. Gouverneur Hunt unterzeichnete am selben Morgen die Kapitulationsurkunde und wurde zusammen mit den britischen Soldaten nach Montevideo ausgeflogen. Als seinen Nachfolger setzten die Argentinier General Mario Menéndez ein. 149 Jahre nach der von Argentinien nicht anerkannten Besetzung durch die Briten waren die Inseln wieder unter argentinischer Kontrolle.

Suche nach Popularität
Der Überfall war hauptsächlich innenpolitisch motiviert, auch wenn ihn die Militärjunta mit der fehlenden Gesprächsbereitschaft Grossbritanniens zu rechtfertigen versuchte. Denn obwohl die Uno die beiden Staaten 1965 dazu angehalten hatte, ihren Streit auf dem Verhandlungswege zu lösen, waren seither kaum Fortschritte erzielt worden. In Argentinien trat 1981 in eine schwere Rezession ein und die seit 1976 regierenden Militärs wurden immer unpopulärer. Der Peso verlor massiv an Wert, das Bruttoinlandprodukt fiel um mehr als 11 Prozent und die Kaufkraft der Löhne gar um 19 Prozent.

Bilderstrecke: Der Falklandkrieg vor 30 Jahren


In einem Überraschungscoup besetzte Argentinien vor dreissig Jahren die Falklandinseln. Der Krieg ging verloren, die Falklands sind heute nach wie vor britisch.
Innerhalb der Militärführung brach ein Streit über den zukünftigen Kurs der Regierung aus, der im November 1981 zur Ablösung des Juntachefs, General Roberto Eduardo Viola, durch den «Falken» Leopoldo Galtieri führte. Galtieri wurde vom Kommandanten der Kriegsmarine, Admiral Jorge Anaya, unterstützt, einem eifrigen Befürworter einer Besetzung der Falklandinseln. Der Souveränitätsanspruch Argentiniens war im Lande weitgehend unbestritten, und Galtieri glaubte, mit dem kühnen Feldzug die Bevölkerung hinter sich bringen zu können, was vorerst tatsächlich auch gelang.

Der Führung in Buenos Aires waren bei der Kriegsplanung allerdings zwei schwere Fehlkalkulationen unterlaufen. Angesichts ihrer guten Beziehungen zur Administration Reagan und ihrer versteckten Hilfe für die Amerikaner in den zentralamerikanischen Bürgerkriegen rechnete sie damit, dass sich Washington im Konflikt neutral verhalten würde. Die USA stellten sich aber rasch auf die Seite der Briten und lieferten diesen unter anderem wichtige Satelliteninformationen sowie Waffen.

Noch verheerender war die Fehleinschätzung bezüglich der britischen Reaktion. Die Generäle hatten geglaubt, dass Premierministerin Margareth Thatcher nicht militärisch auf die Invasion reagieren würde. Sie versäumten es deshalb sogar, einen Verteidigungsplan auszuarbeiten, wie der sogenannte Rattenbach-Bericht festhält. Dies ist der Bericht der militärischen Kommission, welche nach dem Krieg die Gründe für die argentinischen Niederlage untersuchte.

Der bisher nur in Auszügen bekannte Bericht, der auch 16 Bände mit Gesprächsaufzeichnungen und Dokumenten enthält, ist im Hinblick auf den dreissigsten Jahrestag der Invasion von Präsidentin Fernández de Kirchner freigegeben und offiziell veröffentlicht worden. Er zeigt schwere Fehler bei der Vorbereitung und der Durchführung des Krieges auf. Der ursprüngliche Plan der Militärjunta war demnach gewesen, mit überwältigender Schlagkraft die Inseln unter Kontrolle zu bringen und anschliessend, wenn sich die Lage stabilisiert haben würde, den grössten Teil der Truppen wieder abzuziehen und mit London über die Souveränitätsübertragung zu verhandeln.

Doch nach dem anfänglichen Erfolg waren die argentinischen Truppen bald mit grossen logistischen Schwierigkeiten konfrontiert. Der Kriegszug sei improvisiert worden, lautet das vernichtende Urteil des Rattenbach-Berichts. Es habe an der adäquaten Planung und Vorbereitung gefehlt. Die Truppen seien nicht bereit gewesen für einen solchen Einsatz, und es habe keine einheitliche militärische Führung gegeben.

Hungernde Soldaten
Darunter hatten vor allem die Soldaten zu leiden, zum Grossteil Rekruten der Jahrgänge 1962 und 1963, die bei Kriegsbeginn erst wenige Wochen oder Monate Ausbildung hinter sich hatten. Sie wurden ohne die nötige warme Ausrüstung in das nasskalte Klima der Inseln geschickt. Die Gebirgstruppen, welche über adäquates Material verfügten, wollte Galtieri nicht von der Grenze zu Chile abziehen. Er befürchtete, dass der westliche Nachbar, mit dem Buenos Aires in einen Konflikt um den Beagle-Kanal verwickelt war, Argentinien in den Rücken fallen könnte.

Katastrophal war auch die Verpflegung gewesen. Veteranen, die im Hinblick auf den Jahrestag auf die Inseln gereist sind, schildern teilweise unglaubliche Zustände. Es soll Regimenter gegeben haben, die ohne Feldküche im Einsatz standen, da ihr ganzes schweres Material auf dem Festland geblieben war. Für die Nahrungssuche waren diese Soldaten auf sich allein gestellt.

Ein Veteran erzählt, wie sie auf einer Deponie, auf der die Luftwaffe ihre Abfälle wegwarf, nach Nahrung suchten. Die Angehörigen der Luftwaffe seien dank ihrer Flüge aufs Festland gut versorgt gewesen und hätten gar «Delikatessen» wie Trauben erhalten. Laut den Veteranen verloren die meisten Soldaten während den zwei bis zweieinhalb Monaten ihres Einsatzes zwischen zehn und zwanzig Kilo Körpergewicht. Desolat waren auch die hygienischen Verhältnisse. Veteranen erzählen, dass sie während des ganzen Krieges in den Schützengräben denselben ungewaschenen Kampfanzug tragen mussten und sich ein einziges Mal richtig waschen konnten.


Dabei begannen die Kampfhandlungen erst nach einem Monat. Am 1. Mai bombardierte die Royal Air Force den Flughafen von Port Stanley. Am 21. Mai landeten die Briten bei San Carlos im Westen der Hauptinsel und bildeten einen Brückenkopf. Von dort aus eroberten sie in einem dreiwöchigen Vorstoss nach Port Stanley über zwei Achsen die Insel zurück. Am 14. Juni unterzeichneten die Argentinier die Kapitulation. Der Rattenbach-Bericht machte die obersten politischen und militärischen Verantwortlichen des Desasters, der Juntachef Galtieri und der Marinekommandant Anaya, im Zusammenhang mit der Kriegführung für schwere Delikte verantwortlich, welche nach dem damaligen Militärstrafrecht mit der Todesstrafe oder lebenslänglicher Haft bestraft wurden. Nach dem Ende der Diktatur wurden die beiden zu zwölf Jahren Haft verurteilt, aber nach wenigen Jahren von Präsident Menem begnadigt. Sie sind inzwischen gestorben.

Kontraproduktiv
Der Krieg um die kargen Inseln, deren Bewohner damals fast ausschliesslich von der Schafzucht lebten, forderte einen hohen Blutzoll. 649 argentinische und 255 britische Soldaten mussten in den Schlachten auf der Insel oder auf hoher See ihr Leben lassen (rund die Hälfte der argentinischen Opfer waren Seeleute, die bei der Versenkung des Kreuzers General Belgrano durch die Briten ums leben kamen). Hinzu kommt eine fast ebenso hohe Zahl von Soldaten, welche die Traumata des Krieges nicht verarbeiten konnten und sich später das Leben nahmen. Man spricht von über 450 Argentiniern und fast 300 Briten. Ausserdem wurden drei Inselbewohner ungewollt durch britische Soldaten getötet.

Argentinien erreichte mit dem Krieg nicht nur nichts; sein Anspruch auf die Inseln erlitt einen schweren Rückschlag. Im Jahrzehnt vor der Invasion hatte eine schleichende «Argentinisierung» der Falklandinseln stattgefunden. Die Flugverbindung zum Festland wurde damals von Lade, der zivilen Luftfahrtgesellschaft der argentinischen Streitkräfte, mit regelmässigen Flügen von Buenos Aires aus sichergestellt. Argentinien versorgte die Falkländer mit Erdöl und Benzin, und viele Inselbewohner zogen für eine höhere Ausbildung nach Buenos Aires oder Montevideo.

Kenner glauben, dass die Inseln heute durchaus zu Argentinien gehören könnten, wenn der Krieg nicht stattgefunden hätte. Margret Thatcher hatte im September 1981 an einem Gipfel in Mexiko angedeutet, dass mit Argentinien ein ähnliches Arrangement möglich sein könnte wie mit China im Falle der Kronkolonie Hongkong.


Aufgrund des Krieges sind die Inseln heute aber völlig von Argentinien abgenabelt, und die Bewohner hegen grosses Misstrauen gegen den Nachbarn auf dem Festland. Angesichts der Aussichten auf die baldige Ausbeutung von Erdöl in den Gewässern der Inseln haben die Spannungen in den letzten Monaten wieder zugenommen. Die von der Regierung in Buenos Aires gegen die Inseln verhängten Sanktionen zur Untermauerung des eigenen Anspruchs haben die Ablehnung der Falkländer noch zusätzlich verstärkt.

--> aus Neue Zürcher Zeitung

Hervorhebungen von mir

2M3


--------------------
Flottenschule 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung

<<< Nur wer gehen darf, kann freiwillig bleiben >>>

http://www.zumklabautermann.de
PMEmail PosterUsers Website
Top
2M3
Geschrieben am: Dienstag, 03.April 2012, 15:44 Uhr
Quote Post


Unterleutnant
*

Gruppe: Nutzer
Beiträge: 1067
Mitgliedsnummer.: 32612
Mitglied seit: 25.3.2011



Was auf argentinischer Seite zum Einsatz kam, kann man hier sehen. Folgendes Militärmaterial wurde nach der Kapitulation der argentinischen Streitkräfte an die Briten übergeben:

QUOTE
100 Mercedes-Benz MB 1112/13/14 trucks
20 Unimogs
20 Mercedes-Benz G-Class jeeps
12 Panhard 90mm vehicles
1 SAM Roland launcher
3 SAM Tigercats launchers
1 Improvised Exocet launcher
3 CITER 155mm L33 Guns
>10 Oto Melara 105mm cannons
>15 Oerlikon twins 35 mm and Rheinmetall twin 20 mm air defence cannons
1 AN/TPS-43 3D mobile air search radar
>10 Skyguard, Super Fledermaus and RASIT fire control radars
Blowpipes Manpads
SAM-7 Manpads (bought in late May from Gaddafi's Libya)
14 flyable helicopters (2 Agusta A109, 2 Bell 212, 8 UH-1H, 1 Chinook and 1 Puma)
>10 FMA IA 58 Pucará
1 Aermacchi MB-339
Patrol boat Argentine Coast Guard GC82 Islas Malvinas renamed HMS Tiger Bay
>11,000 personal weapons
>4 million 7.62 munition rounds (10,500 from Goose Green)
>11,000 105mm ammunitions


Wie man sehen kann, waren selbst SAM Strela im Einsatz, konnten aber keine Abschüsse erzielen. Mit dem SAM Roland-System wurde ein Harrier über Port Stanley abgeschossen. SAM Blowpipe wurden auf beiden Seiten eingesetzt. Der offizielle Bericht der Briten besagte, dass von 95 abgefeuerten Blowpipe-Raketen gerade einmal neun ihr Ziel zerstörten. Alle zerstörten Ziele waren langsam fliegende Flugzeuge oder Helikopter. Ein späterer Bericht zeigte, dass tatsächlich nur zwei Abschüsse auf das Konto der Blowpipe gingen: Ein britischer Harrier GR3 und eine argentinische Aermacchi MB-339A.

2M3


--------------------
Flottenschule 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung

<<< Nur wer gehen darf, kann freiwillig bleiben >>>

http://www.zumklabautermann.de
PMEmail PosterUsers Website
Top
2M3
Geschrieben am: Mittwoch, 02.Mai 2012, 13:33 Uhr
Quote Post


Unterleutnant
*

Gruppe: Nutzer
Beiträge: 1067
Mitgliedsnummer.: 32612
Mitglied seit: 25.3.2011



Heute vor 30 Jahren - Versenkung des Kreuzers ARA General Belgrano

QUOTE
Am 2. Mai wurde der noch aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs stammende argentinische Leichte Kreuzer ARA General Belgrano durch das Atom-U-Boot HMS Conqueror (S48) versenkt. Das U-Boot benutzte dabei Torpedos von Typ Mark VIII**,[159] die zwar schon 1925 entwickelt worden waren, aber noch immer eingesetzt wurden, weil sie zuverlässig waren und überdies eine sehr starke Sprengladung besaßen, um die bekannt starke Panzerung des Kreuzers (der seitliche Rumpf bestand aus 155 mm Panzerstahl) zu durchbrechen.[160] Von den drei abgefeuerten Torpedos trafen zwei den Kreuzer, einer davon dort, wo sich direkt dahinter zwei weiträumige Speisehallen und die großen Aufenthaltsräume für die Freiwachen befanden. Diese Detonation tötete, so Kapitän Bonzo, vermutlich auf der Stelle etwa 85–90 % aller späteren Opfer und die Druckwelle riss ein etwa 20 Meter großes Loch in das Hauptdeck. Der zweite Torpedo traf das Schiff knapp außerhalb der Panzerung kurz vor dem Heck, wo sich die Maschinenräume befanden. Daher fielen sofort alle Maschinen aus, die Pumpen blieben stehen und die Lichter erloschen. Aus diesem Grund war der Kreuzer nicht mehr zu retten; Kapitän Bonzo befahl daher nach etwa 20 Minuten, das langsam sinkende Schiff zu verlassen und in die Rettungsflöße zu gehen. Dies geschah nach den Aussagen von Überlebenden ohne Panik und in guter Ordnung, so dass auch die Verletzten an Deck gebracht werden konnten, weshalb wahrscheinlich die meisten, welche die beiden Explosionen überlebt hatten, gerettet werden konnten.[161] Von der 1093 Mann starken Besatzung verloren durch den Untergang des Kreuzers 323 Menschen ihr Leben.

Einer der beiden Begleitzerstörer, die ARA Hipólito Bouchard, wurde vom dritten Torpedo getroffen, der allerdings nicht detonierte. Daher begannen die Begleitzerstörer sofort mit der Suche nach dem U-Boot. Erst als sie bemerkten, dass irgend etwas mit der General Belgrano nicht in Ordnung war, da der Kreuzer auf keine Funksignale mehr reagierte, kehrten sie um und nahmen die Rettung der Schiffbrüchigen auf. Durch die einbrechende Nacht und den starken Sturm, der die Rettungsflöße rasch auseinander trieb, dauerte es den ganzen 3. Mai, bis das letzte Floß gefunden war.[163]

Die Kritik an der Versenkung

Da das Schiff knapp außerhalb der „Totalen Ausschlusszone“ versenkt worden war, wurde später von Kriegsgegnern hauptsächlich in Großbritannien deswegen sehr viel Kritik laut. Sie wurde ein „cause célèbre“ (öffentlicher Streitpunkt) für Abgeordnete wie Sir Thomas Dalyell Loch (Tam Dalyell) von der Labour-Partei, der kurz nach Ende des Krieges, 21. Dezember 1982, die Premierministerin anklagte, sie habe „ebenso kalt wie vorsätzlich den Befehl zur Versenkung der Belgrano gegeben, obwohl sie genau wusste, dass ein ehrenwerter Friede in Aussicht war, in der Erwartung … dass die Torpedos des „Conqueror’s“ [des Eroberers] auch die Friedensverhandlungen torpedierten.“[164] Zahlreiche weitere Kriegsgegner folgten dieser Ansicht und hoben dabei vor allem hervor, das Schiff sei zum Zeitpunkt des Angriffs nach Westen gefahren, es habe sich also von den Falklandinseln fortbewegt.[165] Sie warfen daher (bis heute) der britischen Regierung vor, sie hätte die General Belgrano absichtlich versenkt, um einen laufenden Vermittlungsversuch Perus scheitern zu lassen.

Alleine zwischen Mai 1982 und Februar 1985 mussten die Premierministerin und der Verteidigungsminister sich im britischen Parlament gegen 205 schriftliche und 10 mündliche Anfragen rechtfertigen.[164] Auf die Vorwürfe von Dalyell und anderen antwortete die britische Regierung in erster Linie, sie habe bereits am 23. April Argentinien die Warnung zukommen lassen, dass argentinische Kriegsschiffe und Militärflugzeuge auch außerhalb der TEZ angegriffen werden können, wenn sie eine Gefahr für die britischen Streitkräfte darstellten, die ihr Recht auf Selbstverteidigung wahrnehmen. Der Widerspruch in der britischen Öffentlichkeit hielt in erster Linie auch deswegen so lange an, weil verschiedene Regierungsmitglieder den Medien zunächst eine Reihe teils konfuser, teils widersprüchlicher Angaben gemacht hatten, die erst 1985 durch einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss (Select Committee on Foreign Affairs) geklärt werden konnten,[166] aber dennoch ein großes Misstrauen gegen die Erklärungen der Regierung zurückgelassen haben.

Tatsächlich rechnete die argentinische Marine nach der Warnung vom 23. April mit Angriffen auf ihre Kriegsschiffe auch außerhalb der Ausschlusszone und erhob deshalb auch nach dem Krieg keine Proteste gegen die Versenkung des Kreuzers. Sowohl der Kapitän der „General Belgrano“, Héctor Bonzo, als auch die argentinische Regierung erklärten später, dass die Versenkung legitim gewesen sei. Der argentinische Admiral Pico schrieb 2005, die General Belgrano sei in einer „taktischen Mission“ gegen die britische Flotte unterwegs gewesen, daher sei es unwichtig, ob sie sich in oder etwas außerhalb der Ausschlusszone aufgehalten habe.[167]

Der militärische Hintergrund

Verteilung und Bewegungen der argentinischen und britischen Seestreitkräfte am 1./2. Mai 1982 im Südatlantik
Nach Ansicht der britischen Marine war der Kreuzer General Belgrano zwar nicht mehr neu, aber er stellte wegen seiner schweren Bewaffnung trotzdem eine Bedrohung für die britischen Schiffe dar.[168] Die Versenkung des Kreuzers war keine isolierte Handlung. Die Bewegungen der Schiffe der argentinischen Marine waren genauso koordiniert, wie die der britischen Flotte. So befand sich der Kreuzer in Begleitung von zwei Zerstörern, Hipólito Bouchard und Piedra Buena, die mit modernen Exocet-Raketen vom Typ MM38 mit einer Reichweite von rund 40 km ausgerüstet waren. Die Gruppe um den Kreuzer konnte jederzeit den Kurs ändern, und angesichts der hohen Geschwindigkeit von Kriegsschiffen (die General Belgrano konnte bis zu 33 Knoten laufen, also ca. 60 km/h), war sie in der Lage, entweder zu den Falklandinseln oder zur Insel Südgeorgien abzudrehen, die erst kurz vorher zurück erobert worden war und auf der sich nur eine kleine Garnison befand. Daher, so die Überzeugung der britischen Führung, ging von der damaligen Position der Kreuzergruppe (Grupo de Tareas 79.3) eine konkrete Bedrohung aus. Die Gefahr bestand um so mehr, als sich von Norden her gleichzeitig die Kampfgruppe um den Flugzeugträger ARA Veintecinco de Mayo den britischen Schiffen näherte, dessen Flugzeuge über eine große Entfernung angreifen konnten. In der Nähe der argentinischen Flugzeugträger-Gruppe (Grupo de Tareas 79.1) befand sich eine weitere Kampfgruppe, die aus modernen, mit Raketen ausgerüsteten Korvetten bestand (Grupo de Tareas 79.4). Darüber hinaus vermuteten die Briten nach Geheimdienstquellen die beiden modernen U-Boote der Klasse 209 bei oder östlich der Falklandinseln (wo sich in Wirklichkeit aber nur eines dieser beiden U-Boote aufhielt).[169] Die Konzentration fast der gesamten argentinischen Flotte in den Gewässern um den Falklandinseln deutete auf einen kurz bevor stehenden Angriff hin.[139] Diese Befürchtung beeinflusste alle weiteren Entscheidungen. Das britische Flottenkommando entsandte das atomgetriebene U-Boot SSN Splendid in Richtung Flugzeugträger und südlich der Falklandinseln wurde die SSN Conqueror auf den Kreuzer angesetzt, der bald aufgespürt wurde (der Kapitän der SSN Splendid hatte bereits am 30. April von London die Erlaubnis erhalten, den Flugzeugträger auch außerhalb der TEZ zu versenken,[170] aber dessen Begleitschutz drängte das U-Boot mehrfach ab, so dass es schließlich den Kontakt wieder verlor). In der Nacht vom 1. zum 2. Mai wurde ein argentinischer Funkspruch entziffert, nach dem das argentinische Flottenkommando der Flugzeugträger-Gruppe befahl, einen Angriff auf die britischen Schiffe zu unternehmen. Dieser Befehl bestätigte die britischen Befürchtungen[171] und führte schließlich zur Erlaubnis des Kriegskabinetts zur Torpedierung des Kreuzers.[172]

Tatsächlich musste der Flugzeugträger in den frühen Morgenstunden des 2. Mais den befohlenen Angriff abbrechen, weil der schwache Wind den Start seiner schwer beladenen Douglas A-4 „Skyhawks“ nicht zuließ.[173] Daher befahl Admiral Lombardo, der argentinische Oberbefehlshaber der Operationen im Südatlantik (spanisch „Teatro de Operaciones del Atlántico sur“ – kurz TOAS), kurz darauf, wegen der akuten U-Boot-Gefahr, die Rückkehr sämtlicher Einheiten in die flachen Gewässer in der Nähe des Festlandes. Nach Erhalt dieses Befehls machte auch die Gruppe um den Kreuzer General Belgrano kehrt[174] und fuhr bis zu seiner Torpedierung in unregelmäßigen Zickzack-Bewegungen in Richtung Isla de los Estados (die Staaten Insel) vor der Küste von Feuerland.[175] Nach Angaben des Kapitäns der General Belgrano, Héctor Bonzo, hatte die Kreuzer-Gruppe zunächst vor allem den Seeweg um Kap Hoorn zu kontrollieren und war zum Zeitpunkt des Angriffs unterwegs zu einer neuen Position, wo sie weitere Befehle abwarten sollte.[176]

Vor diesem militärischen Hintergrund, der von argentinischen Darstellungen weitgehend bestätigt wird, bestritt (und bestreitet) die britische Regierung jeden Zusammenhang mit der peruanischen Friedensinitiative, von der sie, nach Aussage von Premierministerin Thatcher, erst erfuhr, als das Schiff bereits versenkt war.[177] Unabhängig davon wurden die Ausschlusszonen, dem Völkerrecht entsprechend, in erster Linie deshalb erklärt, um neutrale Schiffe zu warnen und um sie der Kriegszone fernzuhalten. Kriegsschiffe genießen bei solchen Erklärungen keinen Schutz, auch dann nicht, wenn sie sich außerhalb der erklärten Ausschlusszonen aufhalten. Mit dem Beginn der Bombardierung des Flughafens in Stanley einen Tag zuvor hatte – auch für Argentinien eindeutig erkennbar – der „offene Krieg“ begonnen.[178]

Die Folgen

Nach der Versenkung des Kreuzers zog die argentinische Marine die Schiffe in ihre Basen zurück. Auch der argentinische Flugzeugträger, vor dem sich die Briten am meisten gefürchtet hatten, wurde zu seinem Stützpunkt zurück beordert. Um die britischen Schiffe anzugreifen, verließen sich die Argentinier im weiteren Verlauf des Krieges nur noch auf ihre Kampfflugzeuge. Die Versorgung der argentinischen Truppen auf den Falklandinseln verlief anschließend nur noch über C-130-Hercules-Transportflugzeuge, die bei Nacht landeten.[49]

Am nächsten Tag veröffentlichte die britische Boulevardzeitung The Sun darauf ihre berühmte Schlagzeile „Gotcha“[179] (dt. „Erwischt“), die aber relativiert wurde, nachdem klar wurde, wie viele Menschen starben.


--> Wiki

Hintergrundinfos aus einem Spiegelbericht vom 01.11.1982

--> Spiegel

2M3


--------------------
Flottenschule 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung

<<< Nur wer gehen darf, kann freiwillig bleiben >>>

http://www.zumklabautermann.de
PMEmail PosterUsers Website
Top
Thema wird von 0 Benutzer(n) gelesen (0 Gäste und 0 Anonyme Benutzer)
0 Mitglieder:

Topic OptionsSeiten: (6) « Erste ... 2 3 [4] 5 6  Reply to this topicStart new topicStart Poll

 

Skin Created by Scyth (Shadowillusions.com)