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> Luftraumverletzung Nord -> Ost ->West am 24.09.77
einstrich-keinstrich
Geschrieben am: Freitag, 31.August 2007, 19:41 Uhr
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Das vorangegangene Abenteuer war ja noch ein Kinder-
geburtstag gegenüber dieser Aktion ....

Da hatte ja die DDR ihren "Fall Rust" schon fast 10 Jahre eher ...

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Die gelbe Sportmaschine mit den bundesdeutschen Farben am fleck flog extrem niedrig, kaum höher als fünf Meter über der leicht gekräuselten Meeresoberfläche, Die südlich stehende Sonne blendete den Piloten durch die Scheiben der Flugzeugkanzel, und er mußte sich voll auf die Steuerung der einmotorigen "Piper" konzentrieren.

Zwanzig Minuten zuvor war er in einem Blitzstart von der dänischen Ostsee-Insel Bornholm geflohen. Jetzt hielt er auf die polnische Küste zu.

Befriedigt registrierte der Pilot, daß seine Nervenspannung sich langsam löste. Wie immer, wenn er im Cockpit saß und den Steuerknüppel hielt, fühlte Friedemann Späth sich "einfach ganz anders" -- beschwingt, frei und überlegen.

Die Radarüberwachung der polnischen Küstensicherung bereitete dem 37jährigen Sportflieger aus dem schwäbischen Reutlingen kein Kopfzerbrechen. Wenn er sich dicht über den Wellen hielt, würde sie ihn nur schwerlich orten.

Der Zwischenfall auf Bornholm war unangenehm gewesen. Doch was hätte er anderes tun können, als sich der drohenden Kontrolle durch eine listig eingefädelte Flucht zu entziehen? Sicher hatte die Flugleitung in Rönne jetzt bereits die Polizei alarmiert. Aber Späth griente im Hoheitsgebiet des Warschauer Pakts würde sie ihn ganz bestimmt nicht suchen.

Er war noch etwa 40 Kilometer von der Küste entfernt, als er linker Hand ein Kriegsschiff entdeckte. Es lief nordöstlichen Kurs. Deutlich konnte er im hinteren Aufbau einen Geschützturm mit drei nach oben gerichteten Rohren erkennen. Es war gut möglich, daß der Tiefflieger die Aufmerksamkeit der Besatzung erregte; aber da das Schiff Kurs und Geschwindigkeit beibehielt, sah auch er keinen Anlaß, seine Route zu ändern.

Knapp westlich des Gefahrengebiets, das auf der Luftfahrtkarte des Piloten rings um das ehemals deutsche Seebad Horst eingezeichnet war, überflog die Maschine die Küste. In einer meerwärts geöffneten Waldschneise sah Späth ein halbes Dutzend hoher, gewölbter Bunker mit Tarnanstrich. Er flog dicht daran vorbei und hoffte, daß es sich um Überbleibsel aus dem Krieg handelte, die nicht mehr genutzt wurden.

Das Flugzeug, Kennzeichen D-EHCK, mußte jetzt höher geben, auf 50 Meter, um nicht in Baumkronen und Hochspannungsleitungen hängenzubleiben. Es war unwahrscheinlich, daß die Polen den Einflug beobachtet hatten, überlegte Späth, sonst hätten ihm schon Abfangjäger im Genick sitzen müssen.

Unten auf den Feldern arbeiteten Bauern, die ihm freundlich zuwinkten; wenn er, was er gern tat, bis auf Baumwipfelhöhe herunterging, konnte er sehen, daß sich auf ihren Gesichtern weder Überraschung noch Argwohn spiegelten.

Als er den Mady-See südöstlich von Stettin erreichte, befand er sich schon 80 Kilometer im Binnenland, ohne daß es einen Zwischenfall gegeben hatte. Das Risiko einer Entdeckung durch die Polen wurde mit jeder Flugminute geringer. Späth nahm sich die Zeit, mit seiner vollautomatischen "Canon AE-1", die er vor sich auf den Knien liegen hatte, einige Photos durch die Cockpit-Scheiben hindurch zu schießen.

Kurz hinter dem Ende des Sees stieß er auf die von Stargard kommende Eisenbahnlinie. Auf einem Stellwerksgebäude erkannte der Flieger gut lesbar die schwarzen gotischen Buchstaben der Aufschrift "Pyrzyce" (Pyritz).

Er tauschte die von der Frankfurter Bundesanstalt für Flugsicherung herausgegebene Karte "Rostock" (NO 53/10), nach der er bisher geflogen war, gegen die Karte "Berlin" (NO 51/10). Langsam wurde es Zeit, nach Westen abzudrehen, seinem eigentlichen Ziel zu: der DDR. Es war Samstag, der 24. September 1977, gegen 14.30 Uhr.

Mit Unbehagen überlegte Späth, was er wohl zu gewärtigen hätte, wenn die Ostdeutschen ihn schnappten. Bei bloßer Luftraumverletzung würden sie es bestimmt nicht bewenden lassen. Er hatte eine Kamera bei sich -- daraus ließe sich eine Spionage-Anklage konstruieren. Und wenn die Häscher von der Staatssicherheit auch noch auf den wahren Grund seines illegalen Einflugs in den roten Machtbereich kämen. würden seine Strafen sich wohl auf lebenslänglich summieren. "Versuchte Kindesentführung" -- so würde das Gericht vermutlich seinen Plan nennen, ein kleines Mädchen aus der DDR zu seiner in die Bundesrepublik geflohenen Mutter zu fliegen.

Mit Pardon konnte Späth um so weniger rechnen, als er in Ost-Berlin ein alter Bekannter war. Schon sieben Jahre zuvor hatte der Pädagogik-Student einmal anderthalb Monate als Untersuchungsgefangener der Stasi auf seine Aburteilung gewartet. Das Delikt, das ihm damals vorgeworfen wurde: vorsätzliche Verletzung des Luftraums der DDR in schwerem Fall.

Die Untersuchungsführer hatten seinerzeit keinen Zweifel daran gelassen, daß sie in Späth einen Menschen sahen, der gefährlicher sein konnte als ein Verbrecher: einen Narren.

Und damit hatten sie nicht einmal unrecht. Denn wenn der flugbesessene Schwabe in die Luft ging, kannte er weder Furcht noch Hemmungen.

Zweieinhalb Stunden nach ihrem fluchtartigen Alarmstart von der dänischen Ostsee-insel Bornholm hatte die bundesdeutsche Sportmaschine mit dem Kennzeichen D-EHCK die Oder erreicht.

Aus der Luft machte die deutschpolnische Grenze einen offenen, unbefestigten Eindruck; alles, was der Pilot sehen konnte, war ein offenkundig unbesetzter hölzerner Wachturm, der links vor ihm im Walde stand und sich beschaulich wie ein Jäger-Hochsitz ausnahm.

Die "Piper" überflog die Oder zwischen Lunow und Stolpe ziemlich genau an dem Punkt, an dem der Fluß nach Nordosten abknickt. Friedemann Späth hatte sich die Stelle auf der Karte vorher ausgesucht, weil das Gebiet nur dünn besiedelt schien. Tatsächlich war außer einem Angler, der reglos am polnischen Ufer saß, kein Mensch zu sehen. Auch die Loren auf den Schmalspurgleisanlagen im Flußtal zwischen Oder und Oderkanal standen an diesem Samstag, dem 24. September 1977, still.

Späth überprüfte die Flugzeit. Es war 14.40 Uhr. Fast anderthalb Stunden zuvor, gegen 13.15 Uhr, war er westlich des ehemals deutschen Seebades Horst in den polnischen Luftraum eingedrungen.

Von Suchflugzeugen und Abfangjägern hatte er nichts bemerkt. Offensichtlich war der verbotene Einflug der polnischen Luftverteidigung entgangen. Und es gab keinen Grund für die Annahme, daß die Flugsicherung der DDR sich wachsamer zeigte.

Das Flugzeug blieb, in einer Höhe von nur knapp 50 Metern, unverändert auf Westkurs. Späth blinzelte in die südwestlich stehende Sonne, die ihn trotz seiner Schutzbrille stark von links blendete. Die Niedrigfliegerei zwang ihn, ständig auf unvermutet auftauchende Hochspannungsleitungen zu achten. Gleichwohl gelang es ihm, den Steuerknüppel nur mit den Knien haltend, durch die Scheiben der Flugzeugkanzel hindurch von Zeit zu Zeit einige Photos zu schießen.

Überall in den Dörfern, die er überflog, herrschte Samstags-Ruhe. Die Straßen lagen wie ausgestorben. In Groß Ziethen über Eberswalde beobachtete er einen Anwohner bei seiner Wochenendbeschäftigung: Der Mann stand auf einer Leiter und strich sein Hausdach dunkelblau.

Bei der Ortschaft Joachimsthal zwischen Werbellin- und Grimnitz-See bog die Piper in nordwestlicher Richtung in eine große Waldschneise ein und hielt dann wieder mit genauem Westkurs auf Zehdenick zu. Berlin, das jetzt südlich lag, wollte Späth in einem weiten Bogen umfliegen; er wußte, daß rings um die Stadt viele sowjetische Truppen stationiert sind, und legte keinen Werl darauf, plötzlich über einer Kasernenanlage aufzutauchen.

Im unübersichtlichen und ausgedehnten Waldgebiet der Schorfheide vor Zehdenick bot das Gelände keine Orientierungspunkte mehr. Späth mußte sich ganz auf den Kompaß verlassen. Zum Glück wehte ein starker Ostwind. der den Flug beschleunigte und keine nennenswerte Abdrift verursachte.

Unten zog die stille Landschaft dei Mark Brandenburg vorbei. Der Pilot konnte es sich nicht verkneifen, eines jener leichtsinnigen Spielehen zu beginnen, die er früher, vor dem Unfall, bei dem er 1968 mit seiner Tieffliegerei ein elfjähriges Kind fahrlässig tötete, so sehr geliebt hatte: Baumwipfel-Hüpfen.

Über Zehdenick stieß er auf eine Eisenbahnlinie, der er bis zum Ruppiner See folgte. Dann drehte er nach Süden ab und flog an einer Bahnlinie, die laut Fliegerkarte eigentlich hätte stillgelegt sein müssen, aber, wie Späth feststellte, dennoch befahren war, Richtung Paulinenaue.

Allmählich näherte er sich jetzt seinem Zielort Klein Behnitz. Auf der Karte war das Dorf nicht eingetragen, aber aus dem Shell-Atlas wußte Späth, daß es unweit südlich der zweigleisigen Eisenbahnlinie Berlin-Rathenow lag, am Beginn einer langen, charakteristischen Seenkette, die sich bis nach Brandenburg an der Havel hinunterzieht.

Kaum hatte er, mit Südkurs von Paulinenaue kommend, die Bahnlinie gekreuzt, als er links vor der Seenplatte, die hinter einem Waldstück in der Sonne blinkte, eine Ortschaft sah. Eine S-förmig geschwungene Straße verband sie nach zwei Kilometern mit einer kleineren Siedlung.

Späth folgte der Straße, auf der eine Radfahrerin zu sehen war, und überprüfte das Gelände. Die Konturen der Seenkette stimmten nicht ganz mit den Eintragungen auf der Karte überein; dennoch mußte das kleinere der beiden Dörfer Klein Behnitz, das größere Groß Behnitz sein.

Er flog die Umgebung noch einmal ab und entschloß sich schließlich, trotz etlicher Restzweifel, zur Landung -- wie gehabt auf einem abgeernteten Getreidefeld.

Die Piper rollte auf dem leicht ansteigenden Stoppelacker glatt aus und kam am Feldrand neben einem übermannshohen Gebüsch zum Stehen. Es war genau 16 Uhr.

Noch in der Kanzel lud Späth als erstes seine Bockbüchsflinte durch. Die Tränengaspistole trug er ohnehin schußbereit in der Tasche seines Anoraks. Vorsichtig sprang er aus dem Flugzeug heraus.

Etwa ein Kilometer weiter östlich lief die Landstraße von Nauen nach Brandenburg vorbei, und Späth sah sofort, daß sie trotz des Samstagnachmittags stark befahren war. In nahezu ununterbrochener Reihenfolge passierten Autos, Traktoren, Motorräder, Lastwagen, Omnibusse und sogar Militärfahrzeuge; kaum denkbar, daß sie das knallgelbe Flugzeug, das sich vor dem grünen Gebüsch wie ein bunter Klecks abhob, nicht sahen.

Aber niemand hielt an oder verlangsamte auch nur die Fahrt. Auf die Entfernung konnten die Leute, wie Späth hoffte, ihn nur für einen Agrarflieger der DDR halten, zumal deren Maschinen ebenfalls gelb gestrichen waren. Der Gedanke an ein bundesdeutsches Sportflugzeug war zu abwegig, als daß er einem zufällig daherfahrenden DDR-Bürger hätte in den Sinn kommen können.

"Ich bin Regierungsbeeuftragter für Familienzusammenführungen."

Späth entlud das Flugzeug, das immer noch Treibstoff für gut drei Stunden in den Tanks hatte, und drehte es wieder in Startrichtung. Dann bestieg er seine Klappleiter und füllte Sprit aus den Reservekanistern nach.

In der Ferne sah er wiederholt die großen Verkehrsflugzeuge der Pan Am, die durch die Luftkorridore von Frankfurt und Hamburg aus südlich und nördlich seines Standpunktes West-Berlin anflogen.

Einmal flogen auch große, zweimotorige Militärmaschinen mit rauh klopfendem Kolbentriebwerk in etwa 600 Meter Höhe an ihm vorbei; am Seitenleitwerk glaubte er den roten fünfzackigen Sowjetstern zu erkennen.

Auf der anderen Seite des Gebüschs, neben dem die Piper stand, zog ein Schlepper langsam seine Ackerfurchen. Der Fahrer konnte Späths Maschine am Boden zwar nicht sehen, aber der Landeanflug war ihm sicher nicht entgangen. Doch aus dem regelmäßig näherkommenden und sich wieder entfernenden Motorgeräusch des Traktors hörte Späth, daß der Mann keine Anstalten machte, nach ihm zu schauen.

Kurz vor 20 Uhr marschierte Späth los -- auf die Ortschaft zu, die er für Groß Behnitz hielt, denn noch besaß er ja keine Gewißheit. Auf der Straße begegnete ihm kein Mensch. Aus den Wohnzimmerfenstern zuckte das bläuliche Licht eingeschalteter Fernseh-Apparate; überall lief, wie deutlich zu hören war, die Tagesschau der ARD.

Am Ende der Straße verkündete ihm eine Ortstafel, daß seine Navigationskunst ihn nicht in die Irre geführt hatte: Er befand sich in Groß Behnitz, Kreis Nauen, Bezirk Potsdam.

Zufrieden lief er die zwei Kilometer weiter auf Klein Behnitz zu. Eine Lampe hatte er nicht, aber der Mond leuchtete den Weg gut aus. Er hatte keine Mühe, die Adresse, die ihm seine Auftraggeberin in Mannheim genannt hatte, zu finden: Frau Charlotte Schmidt, Dorfstraße 20a.

Hinter dem Fenster im Erdgeschoß der rechten Doppelhaushälfte war Licht. Späth klopfte behutsam gegen die Scheiben. Nichts rührte sich. Erst nach dem dritten Pochen hörte er von drinnen ein unwirsches "Was ist los?", aber die Frau kam immer noch nicht ans Fenster.

Späth klopfte noch einmal. Jetzt endlich wurde die Gardine beiseite gezogen. "Guten Abend. Sind Sie Frau Schmidt?" Die Großmutter der kleinen Jeannette, Späth schätzte sie auf nicht viel älter als Fünfzig, nickte mißtrauisch durch die Scheibe. Was der Besucher von ihr wolle, fragte sie.

"Ich habe eine dringende Sache mit Ihnen zu besprechen. Können Sie mich bitte reinlassen?" Die Frau schüttelte den Kopf. Abends, tat sie kund, komme ihr kein Fremder ins Haus.

Die Unterhaltung begann für Späth langsam ungemütlich zu werden. Er mußte fast schreien, um sich durch das geschlossene Fenster hindurch verständlich zu machen; jederzeit konnte ein Nachbar auf den seltsamen Besucher aufmerksam werden.

Er zog ein Photo der Kindesmutter aus der Tasche.,, Es handelt sich um Jeannette", sagte er. "Aber bitte verstehen Sie, daß ich hier auf der Straße nicht darüber reden kann." Die Frau erkannte ihre Tochter auf dem Bild und zögerte. "Also gut, kommen Sie an den Seiteneingang in den Innenhof."

Aber noch immer bot sie ihm keinen Einlaß, sondern öffnete lediglich das Fenster neben der Tür an der Seitenfront des Hauses. Späth spürte aus ihrem Verhalten, daß sie Schwierigkeiten machen würde. Er versuchte es mit einem Trick.

"Sie wissen doch, daß Jeannettes Mutter in der Bundesrepublik lebt und das Kind bei sich haben möchte. Ich hin Regierungsbeauftragter für Familienzusammenführungen und gekommen, Jeannette abzuholen. Sie darf ausreisen."

Wird die Großmutter die Vopos alarmieren?

Die Frau beäugte ihn argwöhnisch. Nicht nur, daß Späth unverkennbar Schwäbisch sprach, er trug auch Jeans und eine Windjacke -- eine etwas ungewöhnliche Aufmachung für einen SED-Funktionär, der Samstag abends um 21 Uhr zu Fuß in angeblich amtlicher Mission erscheint.

Doch die Frau bat ihn nicht um seine Legitimation. "Ach, die Jeannette", winkte sie ab, "soll lieber erst mal ihre Schule machen. In ein paar Jahren kann sie dann selber entscheiden, ob sie zu ihrer Mutter will oder lieber hierbleiben möchte. Außerdem habe ich beim Rat des Kreises in Nauen unterschrieben, Jeannette auf keinen Fall wegzugehen."

Es ging noch eine Weile hin und her, aber Späth merkte, daß es keinen Zweck hatte, weiter zu bohren. Umsichtig bereitete er seinen Rückzug vor. "Na schön, Frau Schmidt", verabschiedete er sich, "Sie können es sich ja noch eine Nacht überlegen. Ich komme morgen früh wieder. Paßt Ihnen neun Uhr?" Die Großmutter nickte und schloß das Fenster.

Natürlich würde er einen Teufel tun und anderntags wiederkommen, dachte er. Aber vielleicht konnte er auf diese Weise die Frau abhalten, womöglich noch in der Nacht die Polizei zu alarmieren. Es war schwer zu sagen, ob sie den Braten gerochen hatte. Sollte sie am nächsten Morgen ruhig zu den Vopos rennen -- um neun wäre er längst
wieder in der Luft

Spaziergänger entdecken den Luftraumverletzer.

Späth ging nicht mehr -- eine Vorsichtsmaßnahme für alle Fälle -- durch Groß Behnitz zurück, sondern verließ die Straße und marschierte querfeldein. Noch vor Mitternacht war er wieder bei seinem Flugzeug. Die letzten Meter pirschte er sich nach Pfadfinder-Manier heran; es hätte ja sein können, daß die Piper während seiner Abwesenheit doch entdeckt worden wäre.

Aber alles blieb still. Er legte sich in den rückwärtigen Teil der Kanzel und fiel in einen halbwachen Dämmerschlaf.

Am anderen Morgen um sechs weckte ihn ein dumpfes, unregelmäßiges Krachen, das sich anhörte, als halte in einiger Entfernung eine Artillerie-Einheit ihr Übungsschießen ab, Der Pilot ließ sich dadurch nicht stören. Um sieben stand er auf und frühstückte in aller Ruhe, eine Stunde später hob die Piper wieder ab.

Wäre das Kind jetzt bei ihm gewesen, Späth hätte sofort Kurs Westen Richtung Wolfsburg und Braunschweig genommen. Doch gerade weil von der fliegerischen Seite her alles so tadellos geklappt hatte, wurmte es ihn, unverrichteter Dinge heimzukehren.

In der Tasche hatte er noch zwei Alternativ-Adressen von anderen Fluchtwilligen: eine in Riesa und eine in Delitzsch. Vielleicht schaffte er dort, was in Klein Behnitz mißlungen war. Statt zur Grenze drehte Späth nach Süden ab.

Als er die Autobahn Berlin-Hof in der gewohnten Höhe von 60 bis 80 Metern überflog, konnte er eine Verkehrsstreife der Volkspolizei sehen, die einen West-Pkw gestoppt hatte. Die beiden Vopos hatten den Fahrer in die Mitte genommen. Späth frohlockte wie ein Kind, das einem Erwachsenen ungestraft die Zunge herausstreckt: Bis zu ihm reichte die Staatsmacht nicht hinauf.

Sein Mißmut über das wenig kooperative Benehmen der Großmutter Schmidt war verflogen. Gutgelaunt kurvte er im morgendlichen Dunst über den Dächern von Jüterbog, als er plötzlich, nur 600 Meter vor sich, etwas entdeckte, das in seiner Fliegerkarte nicht verzeichnet war: eine kilometerlange Start- und Landebahn, an der links und rechts sechs Jäger mit dem typischen abgehackten Rumpf der sowjetischen MiG standen. Südlich der Rollbahn lagen halb in den Boden eingelassene Hangars, die aus der Luft grasbewachsenen Erdaufwölbungen ähnelten.

Späth drückte den Gashebel sofort durch und tauchte in einer engen Steilkurve ins Waldgebiet östlich von Jüterbog. In der DDR wie in der "Bundesrepublik gilt der Luftraum über Militärflugplätzen als absolutes Sperrgebiet für Zivilmaschinen. Zwar schien, weil es Sonntag war, der Betrieb zu ruhen. Doch wenn der Tower besetzt war, konnte Späth nicht ausschließen, daß die Flugbetriebsleitstelle die Piper geortet hatte. Selbst wenn sie ihn für einen DDR-Fheger hielt, müßte sie vorschriftsgemäß Meldung erstatten.

Es war besser, den Luftraum für eine Weile zu verlassen. Drei Kilometer nordwestlich von Falkenberg/ Elster fand er eine ideale Landestelle: ein in einer Waldschneise verstecktes Stück Wiese.

Beim Aufsetzen spürte Späth beinahe sofort eine starke Bremswirkung, die ihn fast aus dem Sitz riß. Einen Augenblick glaubte er, das Flugzeug würde sich überschlagen. Aus der Luft hatte der Platz verläßlich ausgesehen, aber jetzt merkte er, daß der Untergrund viel zu weich war. Um überhaupt vorwärtszukommen, rollte er mit hoher Motorleistung bis ans Ende der Wiese und drehte die Maschine um 180 Grad wieder in Startrichtung.

Späth stieg aus. Er prüfte nach, ob das Fahrwerk nicht beschädigt worden war, als er plötzlich Stimmen hinter sich hörte. Der Pilot fuhr hoch. Zwei Männer schlenderten auf ihn zu. An der Hand führten sie zwei Kinder. Weiter hinten auf einem Feldweg parkte ihr grüner Trabant.

Späth taxierte die Schaulustigen. Der eine war einen Kopf größer als er, der andere klein, aber kräftig und muskulös. Nervös tastete der Pilot nach der Tränengaspistole in seiner Anorak-Tasche. Die Möglichkeit, sich als DDR-Vertreter auszugeben, war ihm jetzt verbaut. Das westdeutsche Hoheitszeichen am Leitwerk würde den neugierigen Spaziergängern nicht verborgen bleiben.

"Tag, wo kommen Sie denn her?" Die beiden Besucher sächselten vernehmlich. Späth, nicht gerade mundfaul, wenn es um das Erfinden von Geschichten ging, tat gelassen. "Aus Berlin", antwortete er ausweichend. Die beiden strichen um das Flugzeug herum und besahen sich interessiert den Inhalt. Als sie die bundesdeutschen Farben am Heck sahen, stießen sie sich gegenseitig bedeutungsvoll an. Einer der beiden grinste still vor sich hin.

Späth kam ihren Fragen zuvor. "Das ist hier ein Austausch", erklärte er. "Von Eurer Landwirtschaftsfliegerei sind welche bei uns und umgekehrt auch. Wir machen das, um uns gegenseitig über unsere Erfahrungen zu informieren."

Die beiden nickten verständnisvoll. "Wo wollen Sie denn jetzt hin?" wollten sie wissen. Zum ersten Mal sagte Späth die Wahrheit -- und beging prompt einen Fehler. "Nach Riesa." Die Männer sahen mißtrauisch auf. "So? Aber da gibt es doch gar keinen Flugplatz!"

Der Westdeutsche machte eine wegwerfende Handbewegung. "Den brauche ich nicht, wie Sie sehen. Ich bin in Riesa bestellt, an einer festgelegten Stelle, für zehn Uhr." Er lächelte und riß den Propeller an. "Na, dann also, ich muß jetzt weg." Die beiden Männer zogen die Kinder zur Seite. "Guten Flug", riefen sie durch das Motorgedröhn. Die Kleinen winkten frühlich, als die Piper anrollte. Trotz des weichen Untergrunds kam Späth einigermaßen gut weg. Der Zwischenfall hatte kaum 15 Minuten gedauert.

Es war idiotisch von ihm gewesen, den beiden zu sagen, er wolle nach Riesa. Was, wenn sie jetzt doch Alarm schlugen? Womöglich würden dann Jagdflugzeuge oder Hubschrauber die Suche nach ihm aufnehmen. Letztere fürchtete er mehr als Jäger. Mit Sportflugzeugen werden Überschalljäger wegen der gewaltigen Geschwindigkeitsdifferenz und der Fähigkeit der Hobbymaschinen, im extremen Tiefflug jede Erderhebung auszunutzen, nur schwer fertig, wie Späth in Hartenholm von einem Flugplatzangestellten' der früher für die Bundeswehr geflogen war, gehört hatte.

Er überlegte noch hin und her, als er plötzlich, kaum einen halben Kilometer vor sich, einen kleinen Motorflieger sah. Der Pilot, der ihn nicht sehen konnte, setzte gerade zur Landung an. Ganz offensichtlich handelte es sich um einen Segelflugzeug-Schlepper; hinter sich zog er eine lange Leine her. Der Flugplatz, auf den er runterging. bestand praktisch nur aus einer großen Wiese mit einigen Gebäuden -- vermutlich ein Übungsplatz der Gesellschaft für Sport und Technik (GST), einer Organisation, die DDR-Jugendlichen paramilitärische Kenntnisse vermittelt.

Späth war klar, daß er hier bei Riesa nur schwerlich landen konnte. Dafür war die Gefahr, von GST-Flugzeugen aus der Luft entdeckt zu werden, viel zu groß. Er beschloß, sein nächstes Ziel anzufliegen: die Stadt Delitzsch nördlich von Leipzig.

Es war nicht schwer, auf Kurs zu bleiben. Er brauchte nur der Eisenbahnlinie tu folgen. die Riesa mit Delitzsch xerbindet und weiter nach Halle und Eisleben führt.

Gegen Mittag hatte er die Stadt erreicht. Über dem Ortskern drückte er die Maschine so tief hinunter, daß cr deutlich die Kohlstraße vor der Markthalle erkennen konnte.

Rings um Delitzsch hätte es genug Landemöglichkeiten gegeben. Aber bei dem schönen Wetter waren um diese Zeit recht viele Sonntagsausflügler in dem offenen Gelände unterwegs. Allenfalls in den frühen Morgenstunden hätte er hier ungesehen niedergehen können.

So schwer es Späth auch fiel: Er mußte sich wohl oder übel damit abfinden, ohne vorzeigbares Ergebnis zu seinem Heimatflugplatz Nordenbeck zurückzukehren.

An der Bahnlinie entlang steuerte er nach Halle an der Saale. Das Sperrgebiet, das auf seiner Luftfahrtkarte über Halle eingetragen war, ignorierte er und überflog. 600 Meter hoch, im Sonnendunst das Stadtzentrum. Sein vorbereiteter Kurs führte ihn ohne Zwischenfall weiter über Eisleben in die Gegend von Nordhausen, in dessen Bergwerke 1943 nach der Bombardierung von Peenemünde die V 2- Produktion teilweise verlagert worden war. "Hätten Sie doch bloß jemanden "rübergebracht!"

Er befand sieh jetzt schon im näheren Grenzgebiet. In wenigen Flugminuten würde er die Demarkationslinie erreichen.

Seit er über der Ostsee in den Luftraum des Warschauer Pakts eingedrungen war, hatte er sieh dauernd in Höhen unter 80 Meter über Grund gehalten. Aber jetzt schien ihm das Überfliegen der Grenze in Sichthöhe zu riskant. Ein Feuerstoß aus der MP eines DDR-Grenzers genügte. um die langsame Piper abzuschießen. Lieber wollte er die starke Dunstzusammenballung im Mittelgebirge ausnutzen um in größerer Höhe, vom Boden nicht mehr zu sehen, nach Westen durchzubrechen.

Bei Großbodungen. 7 Kilometer vor der Grenze. begann der Steigflug bis auf 800 Meter. Mit Sicherheit hatte ihn die Flugüberwachung der DDR jetzt auf ihren Radarschirmen. Selbst wenn sie Alarm auslöste -- diesseits der Grenze war die Piper nicht mehr abzufangen. Mit gedrosseltem Motor glitt Späth unhörbar für die Grenzsoldaten über die Befestigungsanlagen zwischen Weißenborn und Duderstadt.

Auch die Nato-Sicherung reagierte nicht auf den Eindringling. Gleichmäßig sinkend hielt Späth über Göttingen und Kassel auf Nordenbeck zu. Es war 13.45 Uhr, als er landete. Er hatte sich 24 Stunden im Hoheitsgebiet der Volksrepublik Polen und der DDR aufgehalten, davon über 16 Stunden am Boden, und mehr als 700 Flugkilometer in feindlichem Luftraum zurückgelegt -- mit einem Flugzeug, das kaum schneller als 130 flog und zum Navigieren nichts anderes hatte als einen simplen Magnetkompaß.

Als Späth vor dem Halleneingang aus dem Cockpit sprang, sah er, daß er gleichwohl keinen Grund zum Triumphieren hatte: Der Heimkehrer blickte genau in die Mündung der Maschinenpistole eines Polizeibeamten.

Er konnte sich leicht ausrechnen, wem er den unwirtlichen Empfang zu verdanken hatte. Dem Flugleiter in Ronne auf Bornholm war am Tag zuvor nach Späths fluchtartigem Start ein böser Verdacht gekommen: Der verrückte Deutsche, fürchtete er, könnte zu den Schleyer-Entführern gehören, nach denen seil dem Anschlag am 5 September europaweit gefahndet wurde.

Die Korbacher Kripo überzeugte sich freilich rasch von der terroristischen -- Harmlosigkeit ihres Häftlings. Als Späth seine Geschichte erzählt hatte, glaubte er bei den Vernehmern gar einen Hauch von Bewunderung zu spüren. "Menschenskind", sagte ihm einer der Beamten mitfühlend, "hätten Sie doch bloß jemanden mit "rübergebracht! Auf die Strafe, die Sie zu erwarten haben, hätte sich das sicher mildernd ausgewirkt."

Noch am selben Abend war er wieder auf freiem Fuß. Auf seine Bitte hin verhängte die Polizei eine totale Nachrichtensperre. Obwohl die Lokalpresse tagelang über die mysteriöse Festnahme in Nordenbeck rätselte, kam sie der Wahrheit nicht auf die Spur. Auch Späth bewahrte Stillschweigen. Freilich war es mit seiner Diskretion auch nicht so weit her, daß er sich hätte verkneifen können, jenen Behörden Mitteilung zu machen, die ihm besonders am Herzen lagen: den Staatsschützern in Warschau und Ost-Berlin.

Im Oktober schickte er ihnen per Einschreiben je eines der Photos, die er über Polen und der DDR gemacht hatte, nebst kurzem Begleittext -- schadenfroh unterzeichnet mit vollem Namen und Adresse.

Listig und perfide zugleich hoffte der Flieger, mit dem photographischen Gruß Zwietracht zu säen: "Ich wollte, daß die Polen und die Ostdeutschen sich in die Haare kriegen, wer nun schuld hat an der Blamage."

Eine Frage, die -- immerhin -- zur Zufriedenheit Ost-Berlins beantwortet werden dürfte. "Die polnische Küstenwache hat da wohl geschlafen", urteilt ein Luftwaffen-Experte des Bonner. Verteidigungsministeriums. "Gerade über See müßte die Radarüberwachung so lückenlos sein, daß auch ein notorischer Tiefflieger darin hängenbleibt." Amtliche Zettel warnen vor dem verrückten Flieger.

Damit freilich nicht genug. Ein Angehöriger der "Search and Rescue"-Leitstelle beim Flottenkommando in Glücksburg erinnert sich nämlich, daß die dänische Flugsicherung nach Späths Flucht von Bornholm "Alarmierungsmeldungen" an jene Anliegerstaaten schickte, in deren Hoheitsgebiet die deutsche Piper hätte eindringen können.

Und eines dieser Warn-Fernschreiben ging nach Warschau. Kurz danach hörten alliierte Dienststellen in West-Berlin einen regen Funkverkehr zwischen polnischen Bodenstationen und aufgestiegenen Suchflugzeugen ab. Die Aktion verlief ergebnislos, weil das Ost-Radar Späth offenkundig nicht zu fassen bekam. Ein Bundeswehr-Offizier: "Der Kerl hat doch ein Rad ab. der hatte wahnsinniges Glück."

Glück hatte Späth am Dienstag vorletzter Woche auch vor Gericht. In zweiter Instanz verurteilte das Landgericht Kassel den Piloten wegen "fortgesetzter unbefugter Führung eines Luftfahrzeugs in Tateinheit mit unerlaubter Mitführung einer Waffe an Bord und unerlaubter Führung einer Schußwaffe sowie Zuwiderhandlungen gegen Anordnungen über ein Gebiet mit Flugbeschränkungen" zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten -- zur Bewährung ausgesetzt auf drei Jahre.

Um den Missetäter vor seiner Flugleidenschaft zu schützen, verfügte das Gericht zudem, der Angeklagte habe seine Piper PA-18 innerhalb von zwei Monaten zu verkaufen

Doch obwohl seit einiger Zeit bei allen Flugleitungen und auf allen Flugplätzen der Bundesrepublik von den Verkehrsministerien der Länder herausgegebene Zettel vor Friedemann Späth warnen, gibt sich der Fliegernarr unverbesserlich: .Ich weiß zwar noch nicht wann und nicht wo", orakelt er. "aber ich verspreche den Genossen von der Staatssicherheit schon heute, daß ich eines Tages wiederkomme."

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[Aus der SPIEGEL 38, 39, 40/1979]


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Dann kommt sicherlich noch der Flug:

Ost - Nord - West.
Ausflug in die CSSR - weiter in die DDR - und zurück in die BRD.

War auch im Spiegel damals.

Gruß.

TH


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Geschrieben am: Freitag, 31.August 2007, 19:49 Uhr
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Erst mal noch der hier (Pfingsten 1983) :

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Der 43jährige Tuttlinger Friedemann Späth alias Wilhelm, zuletzt bei einer Wach- und Schließgesellschaft im Schwäbischen beschäftigt, ist bei bundesdeutschen und DDR-Behörden ein alter Bekannter. Seine lebensgefährlichen Lufteskapaden füllen seit Jahren die Aktenordner der Gerichte diesseits und jenseits der Grenze, eine Fluglizenz besitzt der ehemalige Bundesbahn-Inspektor seit Ende der sechziger Jahre nicht mehr.

Das hinderte den besessenen Hobbypiloten freilich nicht, am Pfingstsamstag zum dritten Mal zu einem waghalsigen Flugmanöver in die DDR aufzubrechen. Am frühen Morgen, so schätzt die ermittelnde Staatsanwaltschaft in Fulda, hob Späth mit der einmotorigen Sportmaschine (Kennzeichen D-EHCK) unbemerkt vom Flugplatz Jossa ab, Kurs auf das nordostbayrische Grenzgebiet bei Hof. Unweit des Städtchens Bad Steben, vermutet der dortige Oberstaatsanwalt Oskar Rauch, drang Späth in den Luftraum der DDR ein.

Bei seiner Rückkehr geriet das zweisitzige Motorflugzeug auf DDR-Gebiet nordwestlich von Hof unter Beschuß. Zwei DDR-Hubschrauber verfolgten den Eindringling bis auf westdeutsches Gebiet. Ein sowjetischer Kampfhubschrauber vom Typ Hind Mi-24 feuerte angeblich sogar eine Rakete ab. Trotz zahlreicher Treffer gelang es dem "erfahrenen Flieger Späth" (Rauch), die beschädigte Maschine gegen halb elf Uhr in Jossa zu landen.

Wegen "Führung eines Flugzeugs ohne die erforderliche Lizenz" und "Einfliegens ohne Genehmigung in eine luftüberwachte Zone" muß der Schwabe nun erneut mit einer Haftstrafe bis zu zwei Jahren rechnen.

Der leidenschaftliche Hobbypilot, für den Fliegen nach eigenen Aussagen "eine Art Gottesdienst" bedeutet, war in der Vergangenheit oft genug mit dem Gesetz in Konflikt geraten.

........

Auch seinen neuerlichen DDR-Trip, so vermuten die Staatsanwälte, machte Späth nicht zum Vergnügen. Ihr Indiz: Für die Strecke zwischen der Grenze und der Landung bei Fulda benötigte er fast zwei Stunden, genügend Zeit vor der Landung in Jossa, einen Flüchtling im Westen abzusetzen.

Immerhin hatte Späth mit der DDR noch eine Rechnung offen. Schon nach seiner Fluchthilfe-Aktion 1977 hatte der Kamikaze-Flieger angekündigt: "Genossen, ich komme wieder."

Er hielt Wort.

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[SPIEGEL 22/1983]


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Thunderhorse
Geschrieben am: Freitag, 31.August 2007, 19:53 Uhr
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Davon (1983) sind die Fotos mit den Löchern.
Bin mir Sicher, da hat er keinen Passagier mitgebracht.


TH

Bearbeitet von Thunderhorse am Freitag, 31.August 2007, 19:55 Uhr


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einstrich-keinstrich
Geschrieben am: Freitag, 31.August 2007, 20:04 Uhr
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Hier der ausführliche Bericht von 1983 :
(Wobei dieser "Scheinluftkampf" gerade zu dieser
Zeit auch hätte ganz schön ins Auge gehen können ...)

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Wenn es über den Köpfen von DDR-Bürgern gelegentlich außerplanmäßig brummt, kommen vor allem zwei Möglichkeiten in Betracht.

Die eine: Ein polnisches Flugzeug, entführt oder entwendet, nähert sich im Tief- und Fluchtflug wieder einmal West-Berlin; seit 1980 landeten dort elf Maschinen.

Die andere Möglichkeit heißt Friedemann Wilhelm Späth.

Wie es die Polen-Flüchtlinge nach Westen zieht, lockt den 43jährigen Wachmann Späth aus dem schwäbischen Tuttlingen der Osten. Dort geht er, so oft Auftragslage und Nachtwächter-Dienst es zulassen, seiner riskanten Lieblingsbeschäftigung nach: Fluchthilfe per Flugzeug.

Späth nennt das seinen "Privatkrieg gegen die DDR". Dort, in Feindesland, heißt derlei "staatsfeindlicher Menschenhandel" und ist im Strafgesetzbuch mit maximal lebenslanger Haft ausgepreist.

Eine Pilotenlizenz besitzt Späth schon seit fünfzehn Jahren nicht mehr, seine Flugweise gilt amtlich als "risikoreich" und "rücksichtslos".

......

Vom 23. Juni 1982 an wurde das Flugzeug mit der Kennung Delta-Echo-Hotel-Charlie-Kilo ausweislich des Bordbuches nur noch vom Herrn "Wilhelm" geflogen, insgesamt 29mal. Und Herr Wilhelm tat, was Herr Späth so gerne tut: über der DDR herumkurven.

Am 3. Juli 1982 startete er morgens um 5.15 Uhr unbemerkt und ohne Flugleiter vom Flugplatz Pegnitz-Zipserberg in Oberfranken mit dem Ziel Okrouhla (Scheibenreuth) in der CSSR.

Dorthin, auf eine flugzeuggerechte Wiese nahe der Landstraße 21 halbwegs zwischen Cheb (Eger) und Stara Voda (Altwasser) hatte Auftraggeber Schmitt zwei Freunde aus dem thüringischen Rudolstadt bestellt: den damals 39jährigen Angestellten Helmuth Schmidt und den Gastwirt Peter Kothe, 28.

Um die für Privatflieger strikt gesperrte Flugüberwachungszone ADIZ (Air defence and identification zone) entlang der Grenze zum Warschauer Pakt kümmerte sich Wilhelm/Späth schon längst nicht mehr. Im Tiefflug brauste er bei Mähring über die St.-Anna-Kirche und unmittelbar danach über die tschechische Grenze.

Pünktlich zur vereinbarten Zeit landete er an der angegebenen Stelle, und getreu seiner Selbstbeschreibung als "Termin- und Datenfetischist" ließ er sich von Schmidt und Kothe erst einmal deren DDR-Personalausweis zeigen, ehe die "Übersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland" (Späth) begann.

Weil die beiden zusammen immerhin fast vier Zentner auf die Waage brachten, mußte sämtliches Fluchtgepäck im Scharnitzer Wald zurückbleiben. "Wer in die Freiheit will", dozierte der Pilot, "muß froh sein, wenn ich ihn in nackigem Zustand raushole."

Trotzdem gelang es Späth erst beim zweiten Versuch, die überladene Maschine knapp über die Baumwipfel hinweg und mit gefährlich hochdrehendem Motor nach Hause zu bringen. Wäre auch dieser zweite Start mißglückt, hätte laut Späth "einer dableiben müssen. Das wußten die; ich bin ja der Kommandant, und da haben die zu gehorchen".

Nach der Landung schlüpfte Kommandant Späth in die Rolle eines Empfangschefs: Mit einem feierlichen "Sie betreten jetzt den Boden der Bundesrepublik Deutschland", einem Zehrgeld und der Telephonnummer von Finanzier Schmitt entließ er seine Passagiere in Richtung Pegnitzer Hauptpost.

Bei der polizeilichen Anmeldung und dem späteren Bundesnotaufnahme-Verfahren, so schärfte er ihnen noch ein, sollten sie unbedingt angeben, ein Lastwagenfahrer habe sie aus der DDR herausgeschmuggelt - "und das", so Späth heute, "haben die beiden später wohl auch ausgesagt".

Daheim in Tuttlingen spielte Späth wieder, wie er selber sagt, "den Biedermann" und genoß sein "Bomben-Erfolgsgefühl" nur im stillen. Flucht-Unternehmer Schmitt kam derweil weiter für Spesen und Flugkosten auf, und da die nächste Passage auf sich warten ließ, brach Späth am 15. September 1982 vom bayrischen Schwandorf erst mal zu einem Erkundungsflug auf, um in Übung zu bleiben.

Wie gewöhnlich mit abgedeckten Tragflächen-Kennzeichen mogelte er sich abermals über die deutsch-tschechische Grenze - diesmal mit ausreichend Muße, um sogar Uhrzeit (11.35 Uhr) und Position (12 Grad 35 Minuten östlicher Länge) zu notieren. Bald darauf schwenkte Späth nach Norden ab, überflog zwischen Klingenthal und Johanngeorgenstadt das Erzgebirge, kiebitzte bei Reichenbach in Verteidigungsanlagen der Nationalen Volksarmee, umkurvte das Hermsdorfer Autobahnkreuz und inspizierte einen Landwirtschaftsflugplatz östlich von Rudolstadt, der fürs nächste illegale Schnäppchen in Aussicht genommen war.

Während des zweieinhalb Stunden dauernden DDR-Rundfluges photographierte Späth, was ihm so vor die Kamera kam. In akkurater Heimarbeit archivierte und beschriftete er später diese Bilder und notierte etwa zur Aufnahme des Rudolstädter Bahnhofgeländes: "Man kann ohne weiteres eine Bombe abwerfen." Und ein Photo von DDR-Grenzanlagen kommentierte er mit Hinweis auf das eingegangene Risiko: "Ein Kopf-ab-Bild."

Doch der Späh-Flug kostete Späth nicht einmal Bares, und eine Lizenz hatte er ohnehin nicht mehr zu verlieren. Größere Sorgen bereitete ihm zu jener Zeit allenfalls der Gemütszustand seines Geldgebers. Der nämlich zeigte sich vom geflüchteten Freund Helmuth Schmidt mittlerweile in Geldangelegenheiten bitter enttäuscht und klagte seinem Partner Späth zur Jahreswende, er sei vorläufig "auf Tauchstation gegangen" und habe "viel dazulernen müssen".

Postwendend begann die gewerbsübliche Paranoia: Das nunmehrige Trio Späth, Schmitt und Kothe beargwöhnte den undankbaren vierten Mann, bei Besuchen im Ostblock dem DDR-Staatssicherheitsdienst auf den Leim oder sogar hilfreich zur Hand gegangen zu sein. Jedenfalls wurde ein bereits ausgearbeiteter Fluchtplan aufgegeben, überdies eine andere "Zielperson" ausgeguckt. "Die sollte ich", so Späth, "am 21. Mai dieses Jahres rausholen."

Doch daraus wurde nichts, obwohl Späth von seiner Mission als Ein-Mann-Luftwaffe bereits so berauscht war, daß er sich "erstmalig einen Frontalangriff auf die DDR" über die zwischendeutsche Grenze hinweg befahl. Diesmal startete er im Morgengrauen direkt vom Heimatflugplatz Fulda-Jossa, vertrödelte, um nicht zu früh zum arrangierten Treff zu erscheinen, eine Viertelstunde über Bamberg und überflog um 7.50 Uhr bei Nordhalben westlich des Übergangs Rudolphstein die DDR-Grenze.

Alsbald kam die "Zielperson" in Sicht, die geduldig auf einer Wiese nahe der Kreisstadt Pößneck ihres Befreiers aus dem Westen harrte. Doch der, das Gras war viel zu hoch, konnte nicht landen, und so photographierte er noch ausgiebig die 20 000-Seelen-Gemeinde von allen Seiten, bevor er sich auf der nun schon vertrauten Einflugroute wieder davonmachte. "Die Genossen sind dermaßen schlafmützig", wußte Späth, "da fliege ich doch auf dem kürzesten Wege wieder raus."

Aber die östliche Staatsmacht war hellwach an diesem Morgen. Etwa 20 Minuten vor der rettenden Bundesgrenze machte Friedemann Späth mit ihr Bekanntschaft. Wie und mit welchen Folgen das geschah, schilderte er später so:
Plötzlich höre ich über mir ein Rauschen und sehe einen riesigen Hubschrauber, ungefähr 50 bis 60 Meter über mir. Ein riesiges Ding mit militärischem Tarnanstrich und einem roten fünfzackigen Stern an der Seite. Ich bin furchtbar erschrocken, aber irgendwie habe ich mich wieder gefangen und gedacht: Cool bleiben, gar nicht reagieren. Der macht vielleicht einen Patrouillenflug, der weiß doch gar nicht, wer ich bin. Aber dann ist der eingeschwenkt und mit ungefähr 30, 40 Meter Sicherheitsabstand an mir vorbei. Deutlich habe ich Ausleger für Raketen gesehen und nach vorne heraus Maschinengewehrläufe. Das hat mich total gelähmt. Der Hubschrauber ist dann abgeschwenkt, vor mir hergeflogen und hat dabei einen großen Schwenk nach Südwesten gemacht, um mir anzudeuten, daß ich ihm nun hinterherfliegen soll. Das habe ich natürlich nicht gemacht. Als er merkte, daß ich ihm nicht folgte, kam er zurück und flog ganz dicht über mich rüber. Dabei hat es mich furchtbar geschüttelt durch die Böen der Rotoren. Dadurch kamen bei mir die Lebensgeister wieder, und ich habe mir gesagt: Der macht dich fertig, ein Entkommen gibt es gar nicht, aber lebend kriegen die mich nicht. Und während der Hubschrauber einen neuen Anflug vorbereitete, habe ich hinter mich nach der Kamera gegriffen und das Ding mit schweißnassen Händen photographiert. Ich konnte ja meine Lage weder verbessern noch verschlechtern, und falls ich durchkommen sollte, ärgere ich mich nachher grün und blau, wenn ich keine Photos habe. Dabei entdeckte ich plötzlich einen weiteren Hubschrauber neben mir. In dem Moment habe ich eine Kamikaze-Einstellung gekriegt: Die machen dich so und so fertig, aber bevor das geschieht, fliege ich in den einen rein, und dann liegen wir beide unten. Also habe ich meine Maschine hochgerissen und sie dann so abgekippt, daß die rechte Tragfläche den Rotorblättern bedrohlich nahe kam. Da hat der seinen Hubschrauber sofort nach oben weggezogen und bestimmt gedacht: Der Bursche ist bekloppt, ein Selbstmörder, der bringt uns alle um. Ich hatte ja nicht zwischen was Gutem und was Schlechtem zu wählen, sondern ich bin ja sowieso erledigt, ich komme ja nicht mehr raus aus der DDR. Und die ganze Zeit bin ich immer genau nach Süden geflogen, denn der Süden war meine einzige Rettung. Aber dann kamen weite freie Felder, wo ich den Hubschraubern total wehrlos ausgeliefert war. Da habe ich eine Hochspannungsleitung gesehen und bin runter, unten durchgeflogen und dann nach einigen Masten auf die andere Seite. Das haben sich die Hubschrauber natürlich nicht getraut, sondern die sind seitlich in respektvollemAbstand geblieben. Plötzlich höre ich ''rätsch'' rätsch, " rätsch'' und sehe über dem dunklen Wald " Leuchtspurgeschosse, drei oder vier Bahnen, genau parallel. Wo die mich getroffen haben, bemerkte ich allerdings nicht, das ist wahrscheinlich durch die stoffbespannte Tragfläche durchgegangen wie durch Butter. Diese Schießerei hat dann die ganze Zeit in unregelmäßigen Abständen angehalten, aber irgendwann habe ich in mehreren Kilometern Entfernung die Grenzanlagen gesehen. Kurz vor der Grenze war eine Ortschaft, und da bin ich haarscharf über die Dächer. Danach kam der Doppelzaun, und wie ich da rüberfliege, sehe ich, daß der eine Hubschrauberpilot seinen Kasten plötzlich ganz brutal rumreißt und noch vor dem Metallgitterzaun die Grenze entlang fliegt. Der hatte einen Heidenrespekt vor dem Nato-Bereich. "

Knapp zwei Stunden später landete Späth wieder in Fulda-Jossa, doch nicht früh genug, um den neugierigen Flieger-Kollegen zu entgehen. Einer von ihnen, der ehemalige Starfighter-Pilot Wolfgang Verch, ließ sich denn auch durch Späths ahnungsloses Getue nicht beirren und beharrte darauf, die Piper PA-18 sei beschossen worden. Und wie zur Bestätigung meldete sich in diesem Moment die Flugüberwachung aus Hof und fragte telephonisch nach dem Piloten der D-EHCK, die am Morgen die ADIZ durchflogen hatte.

Die Enttarnung des "Herrn Wilhelm" war nur noch eine Frage der Zeit. Späth machte sich zwar eilig davon, aber drei Tage später klingelte morgens die Tuttlinger Kripo in der Albrecht-Dürer-Straße 17. Als der Beamte den vom Nachtdienst müden Bewohner aufforderte, seinen Personalausweis herzuzeigen, und dann auf die Vornamen Friedemann Wilhelm stieß, "hat der", so Späth, "richtig gelächelt wie über eine angenehme Überraschung". Am selben Tag gab auch die DDR Laut: Im Zentralorgan "Neues Deutschland" wurde das Kennzeichen der Späth-Maschine veröffentlicht und zugleich eine geharnischte Anklage gegen den "Luftraumverletzer" und dessen "provokatorisches" Treiben. "Nur dem besonnenen Handeln der für die Sicherung des Luftraumes der DDR verantwortlichen Kräfte", so umschrieb "ND" den Einsatz der sowjetischen Kampfhubschrauber vom Typ Hind Mi-24, sei "es zu verdanken, daß es ... zu keinen schwerwiegenden Folgen kam".

Allein das Bonner Kanzleramt ließ seinen Bürger Späth nicht im Stich: Ein DDR-Diplomat wurde schon am Tage nach dem Kamikaze-Flug einbestellt und mit "scharfem Protest wegen des Schußwaffengebrauchs" versehen. Es war wie immer, und Friedemann Späth fand das "eine Ermunterung zum Weitermachen". Die DDR-Vertretung wies diesen Protest zurück, und das Bundeskanzleramt tat mit dem Ost-Berliner Einspruch dasselbe.

Seitdem steht die Piper, deren rechtmäßigen Halter nicht einmal die Staatsanwaltschaft exakt anzugeben vermag, angekettet, versiegelt und ohne Räder als "Augenscheinobjekt" in der Halle des Motorflugvereins Fulda; die rechte Tragfläche ist mehrfach durchschossen.

Warum er bei seiner letzten Reise in die DDR so knapp am Tod vorbeigeflogen ist, darüber macht sich Späth so seine Gedanken. "Da kann Verrat im Spiel gewesen sein." Auf jeden Fall sieht er dadurch weder seine Zusammenarbeit mit Auftraggeber Schmitt ("Ich bin strenggenommen der Fuhrknecht von Herrn Gert-Michael Schmitt") noch seinen Privatkrieg mit der DDR als beendet an.

Er will weiter seinen "Erfahrungsvorsprung" als fliegender Fluchthelfer nutzen, "den hier in der Bundesrepublik niemand aufweisen kann" (siehe Interview). Die erneut fällige gerichtliche Abstrafung stört ihn dabei ebensowenig wie die Aussicht, nie wieder einen deutschen Pilotenschein zu bekommen.

Er meint, da einen Ausweg zu sehen, denn "überall reicht doch der Arm dieser niederträchtigen Burschen" in den westdeutschen Behörden, die ihm die Lizenz entzogen, "nicht hin, jedenfalls nicht um den halben Erdball. Ich will meinen Feinden keine Hinweise geben, aber - mal ganz theoretisch gesprochen - es wäre doch möglich, daß ich eines Tages mit einer im Ausland erworbenen Lizenz und einem im Ausland zugelassenen Flugzeug wieder da bin".

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[SPIEGEL 49/1983]

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Dann wurde es ruhiger um Ihn.

Genau, die Kartenskizze kenne ich noch.
Danke.

TH

Bearbeitet von Thunderhorse am Freitag, 31.August 2007, 20:09 Uhr


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